TRIA - Technologie Region Ilmenau Arnstadt

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Unternehmerisches Urgestein in der Technologie Region

DrPauseMit 60 denkt er noch lange nicht an die Rente. In der Technologie Region Ilmenau-Arnstadt gilt Dr. Siegfried Pause als Urgestein eines Unternehmers. Seinen 60. Geburtstag feierte er ohne Gedanken an Ruhestand.

 

Mehrere erfolgreiche Firmengründungen auf dem Gebiet der Lasertechnik hat Dr. Siegfried Pause in den Jahren seit 1990 maßgeblich mit vorangetrieben. Seit 2001 konzentriert er sich auf sein jüngstes unternehmerisches Kind: die LLT Applikation GmbH. Daneben hat er den Unternehmerstammtisch zu einer traditionsreichen Einrichtung entwickelt. In der Freizeit widmet sich der Vater zweier erwachsener Töchter dem Angelsport.


Herr Dr. Pause, mit 60 Jahren denkt manch einer an Ruhestand, einige verwirklichen dies sogar, wenn auch mit Abschlägen. Ist Ruhestand mit 60 für Sie eine Überlegung wert?

Dr. Pause: Nein! Mit 60 Jahren beginnt irgendwie eine neue Etappe. Das ist so, als ob man noch einmal volljährig wird. In dem Alter setzt man sich noch Ziele. Da kann man noch eine Reihe von Plänen in die Tat umsetzen.


Also ist Rente mit 67 für Sie gar nicht so abwegig?

Dr. Pause: Rente mit 67 ist für mich überhaupt kein Thema. Ich arbeite, so lange es mir Spaß macht. Wenn ich allerdings merke, dass jüngere die Arbeit besser machen als ich, dann will ich doch meinem Enkelsohn lieber das Angeln beibringen. In gewisser Weise ist er darauf auch schon geimpft.


Angeln ist ihre große Leidenschaft. Finden Sie dafür überhaupt genügend Zeit?LLTPause

Dr. Pause: Die Zeit nehme ich mir! Angeln ist der ideale Ausgleich für meine Arbeit. In der Forellenzeit bin ich mindestens einmal in der Woche für zwei bis drei Stunden an der Ilm zu finden. Aber auch für meinen Verein, dem Angler und Naturfreunde e.V. Unterpörlitz nehme ich mir Zeit. Da sorgen wir für gute und gesunde Gewässer in unserer Landschaft. Auch wenn diese Arbeit oft nicht so anerkannt wird, ist sie wichtig. Und natürlich sind die Urlaubsreisen mit meiner Frau ganz wichtig. Auch diese haben oft mit dem Angeln zu tun. Auf unserem sechsten Kanadatrip habe ich gut Lachse gefangen.


Aber vor allem steht doch ihre Arbeit als Unternehmer und Geschäftsführer. Was hat Sie denn bewogen, Unternehmer zu werden?

Dr. Pause: Das war eine Entwicklung, die 1989 begonnen hat. Um diesen Weg zu erläutern möchte ich etwas weiter ausholen. 1980 habe ich an der TH Ilmenau promoviert. Eigentlich hätte ich gern eine Hochschulkarriere weitergeführt. Doch daraus wurde nichts, weil ich nicht in die SED wollte. Also ging ich in die Industrie. Zunächst war ich vier Jahre im Ilmenauer Glaswerk, anschließend bei Optima in Erfurt. Die Verbindung zur Technischen Hochschule habe ich immer aufrechterhalten und mit Professor Peter Wiesner Entwicklungsprojekte von Optima und TH Ilmenau koordiniert. 1988 begann ich bei der Werkzeugfabrik Königsee. Meine Aufgabe war es eine Laserschneidmaschine aus der Schweiz zu importieren. Durch das Projekt habe ich so viele Kontakte zu Firmen aufbauen können, dass ich mir sagte: Jetzt ist es Zeit, ein eigenes Unternehmen zu gründen.


Das war 1989, die DDR gab es zu dem Zeitpunkt noch. Wie konnten Sie ihr Vorhaben verwirklichen?

Dr. Pause: Das war eine verrückte Zeit. Wir sind nach München gefahren als Krenz noch an der Macht war. Als wir zurückgekommen sind, war schon Modrow am Ruder. Das Ilmenauer Laserzentrum ILZ habe ich mit zwei Partnern 1990 zunächst als Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet. Wir gehörten auch zu den sieben Gründungsunternehmen des Technologie- und Gründerzentrums, damals noch in der Hochschulbaracke.


Wie haben Sie begonnen? Kapital hatte doch damals kaum jemand für eine Firmengründung?

Dr. Pause: Wenn man erst einmal angefangen hat, gewinnt so ein Prozess eine enorme Eigendynamik. Wir haben mit ganz wenig Geld begonnen. Alles, was wir eingenommen haben, wurde wieder ins Unterenehmen gesteckt. Das ist noch heute mein Prinzip bei der LLT Applikation GmbH. Nur dadurch ist es gelungen, eine Eigenkapitalquote von 40 Prozent zu erreichen.


Um wieder zu Ihrem 60. zurückzukommen. Ist es Ihnen gelungen, ihre Nachfolge in der LLT zu regeln, auch wenn Rente mit 67 für Sie kein Thema ist?

Dr. Pause: Das ist mir in der Tat gelungen. Es war für mich als Unternehmer eines der bedeutendsten Ereignisse, dass meine Tochter Larissa in die Firma eingestiegen ist. Sie hatte eigentlich beste Chancen auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz bei Daimler und hat sich dennoch für den elterlichen Betrieb entschieden. Wir haben sie nicht gedrängt. Es war ihre Entscheidung, nachdem ihr in der Schweiz ein Diplom-Thema in die Lasertechnik Einblick gab. Seit 2005 leitete sie selbstständig die Lohnfertigung. Jetzt ist sie Geschäftsführerin und am Unternehmen beteiligt.


Den großen Gründungsboom gibt es heute nicht mehr. Was würden Sie jungen Leuten mit auf den Weg geben, wenn sie sich entscheiden, Gründer zu werden?

Dr. Pause: Leider fehlt heute die mentale Einstellung mit einer Unternehmensgründung Verantwortung und Risiko zu übernehmen. Dies wird auch in Universitäten kaum vermittelt. Die meisten Leute fragen bei einer bevorstehenden Gründung zuerst danach, wie sie an das Kapital kommen. Doch das ist der zweite Schritt vor dem ersten. Am Anfang muss die Idee stehen. Und der Wille zum Erfolg muss vorhanden sein. Ohne diese Voraussetzungen hilft auch kein Kapital. Es müsste mehr vermittelt werden, dass es auch Spaß macht, Unternehmer zu sein und Erfolg zu haben. Doch heute schauen die meisten jungen Leute mehr auf die Sicherheit.


Spaß am Erfolg ist die eine Seite. Gibt es denn ausreichend Möglichkeiten für junge Gründer, an Kapital heranzukommen? Und wie steht es generell um die Förderung mittelständischer Unternehmen?

Dr. Pause: Es gibt immer noch gute Fördermöglichkeiten für Gründer. Sie müssen aber mit ihrer Geschäftsidee überzeugen. Das gilt auch für Unternehmen, die schon länger bestehen und neue Projekte beginnen. Generell ist die Förderung mittelständischer Unternehmen immer noch recht gut. Eine andere Seite ist die Tatsache, dass auf diesem Gebiet die Regularien immer umfangreicher werden. Hier wäre eine Entbürokratisierung nötig.


Sie haben sich immer schon für die Entwicklung der Technologie Region Ilmenau und später Ilmenau-Arnstadt stark gemacht. Auch Kooperationen mit anderen Unternehmen liegen Ihnen am Herzen. Haben sie deshalb den Unternehmerstammtisch als Organisator übernommen?

Dr. Pause: Für mich war es immer wichtig, die Zusammenarbeit der Unternehmen rund um Ilmenau zu fördern. Das bringt schließlich alle voran. Der Unternehmerstammtisch ist ein Nebenprodukt des Beirates der Technologie Region. In den ersten Jahren traf sich dieser regelmäßig. Auch Unternehmer wurden dazu eingeladen. Als der Beirat später einzuschlafen drohte, habe ich die Sache in die Hand genommen, um uns ein Forum zu erhalten. Jetzt organisiere ich den Unternehmerstammtisch seit zehn Jahren. Das hat allen gute Kontakte ermöglicht.


Zum Schluss noch die Frage nach der Krise. Wie haben sie diese gemeistert?

Dr. Pause: Die zurückliegenden Monate waren schwer. Mir lag vor allem daran, meine Mannschaft beisammen zu halten. Jetzt geht es langsam wieder aufwärts, und die ersten Projekte laufen wieder an. Wir haben diese Zeit überstanden, weil LLT Applikation mit Eigenkapital recht gut ausgestattet ist.

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