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Gründer mit 15 Jahren und bei allem Erfolg auf dem Boden geblieben

osburgIT145Christian Osburg dürfte wohl der jüngste Unternehmensgründer in der Technologie Region Ilmenau Arnstadt und wahrscheinlich auch darüber hinaus sein.

Als Christian Osburg 2003 in Arnstadt sein IT-Unternehmen gründete, war er kurz vor dem 15. Geburtstag. Seit dem achten Lebensjahr hatte er sich mit Computern, Programmen und Netzwerken beschäftigt.  Nun wähnte er sich fit auf  diesen Gebieten, eine eigene Firma zu gründen. Doch dabei waren einige Hürden zu überwinden. Zunächst musste ihn das Familiengericht für voll geschäftsfähig erklären.

Als das erledigt war konnte die Gründung nur gemeinsam mit einem so genannten Vollhafter erfolgen, einer Person, die in der Lage war, das finanzielle Risiko zu tragen. So trug die erste Gründung als Gesellschaft bürgerlichen Rechts den Namen Osburg & Partner. Der Partner war in diesem Fall seine Mutter.

Doch damit waren noch nicht alle Hürden genommen. Christian Osburg ging schließlich noch zur Schule. Doch Schule und Geschäft ließen sich nur schwer vereinbaren. Trotz mancher Probleme gelang am Ende auch hierbei eine Einigung. Vorzeitig konnte er die Schule verlassen, freilich ohne Abschluss. Inzwischen hat er sich selbst weiterqualifiziert und kann eine Reihe von Zertifikaten vorlegen.

Und noch ein Problem war bei der Ausübung der Geschäftstätigkeit hinderlich: In seinem Alter fehlte dem jüngsten Firmenchef Thüringens der Führerschein. Da gab der damalige Thüringer Verkehrsminister Andreas Trautvetter Unterstützung. Mit 16 Jahren konnte Christian Osburg ausnahmsweise die Fahrprüfung ablegen und im Anschluss ohne Einschränkung fahren.

2010 wurde das Unternehmen umfirmiert und trägt nun den Namen Osburg Systems GmbH - Services & Solutions. Auch hat Christian Osburg die Firma stärker auf  die Region um Arnstadt und den Ilm-Kreis ausgerichtet. Seinen Kunden bietet er komplett gemanagte IT-Umgebungen an. Das heißt,  die EDV-Umgebung von Unternehmen wird virtuell im eigenen Großserver betrieben und verwaltet. Dieser steht in einem Rechenzentrum in Nürnberg und bietet Workspace für eine Vielzahl von Nutzern.

Eigene Server haben die Osburg-Kunden nicht mehr, sondern nur noch Clients. Datensicherung, Virenbekämpfung, Patch- und Updatemanagement werden komplett von Osburg Systems übernommen.  Auch die Einrichtung und Wartung von Telekommunikationsanlagen erledigt die Firma. Hinzu kommen Vertragsmanagement für Festnetz und Mobiltelefonie, Unternehmensberatung auf dem Gebiet der EDV und Prozessoptimierung. Aktuell arbeitet das Unternehmen an einem Projekt zur Optimierung der Warenwirtschaft eines Kunden, verbunden mit Produktionssteuerung.

Software beziehen die Osburg-Kunden über ein Mietmodell und sind damit immer auf dem neuesten Stand, wie der Firmenchef berichtet: „Die Mitarbeiter unserer Kunden können von überall her auf den virtuellen Desktop zugreifen. So bezahlt der Kunde nur das, was er wirklich braucht. Nicht zuletzt werden erhebliche Mittel für Investitionen eingespart.“

Mit einem Ausblick auf das gerade begonnene Jahr 2011 kündigte der heute 22-Jährige an, einen weiteren Arbeitsplatz schaffen zu wollen. Momentan ist in seiner Firma ein Techniker beschäftigt. Auch wird er wohl größere Räumlichkeiten benötigen. Freilich sei das von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung abhängig, so der junge Unternehmer. Um diese günstig zu gestalten, will er die Marktposition in der Arnstädter Region weiter ausbauen. Wenn das alles gelingt, hat er vor, auch soziales Engagement und Sponsoring in Arnstadt zu intensivieren: „Dort, wo man Geld verdient, soll man sich auch einbringen.“

Bliebe noch die Frage zu klären, ob er als Unternehmensgründer und harter Arbeiter an der Firmenentwicklung in jenen Jahren, in denen Jugendliche eigentlich ganz anderen Betätigungen nachgehen, nichts vermisst hat. Mit einem klaren „Nein“ antwortet Osburg hier: „Eigentlich habe ich nichts davon vermisst. Party machen und ständig feiern waren nie meine Sachen. Stattdessen hat es mir großen Spaß gemacht, das Unternehmen zu führen. Und ich habe gemerkt, welch großen Reiz das Geldverdienen hat.“

Zahlreiche Medien, von Zeitungen bis zum Fernsehen, haben sich schon für den Jungunternehmer interessiert und über ihn berichtet. Dabei wurde er nicht selten als „kleiner Bill Gates“ herumgereicht. „Das ist Unfug und sehr übertrieben“, bemerkte  Christian Osburg, den solcher Rummel eher unangenehm berührt und der bei allem Erfolg auf dem Boden geblieben ist.osburg300

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