Um die Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Forschungspartnern weltweit so effektiv wie möglich zu gestalten, hat die TU Ilmenau für unterschiedliche Weltregionen Professoren als Regionalverantwortliche festgelegt. Professor René Theska ist für die Länder Lateinamerikas zuständig.
Die Aufgabe der Regionalverantwortlichen besteht darin, Beziehungen zu den betreffenden Ländern zu knüpfen, den Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden anzustoßen sowie Kooperationen in Lehre und Forschung zu initiieren und zu betreuen. Professor René Theska ist Leiter des Fachgebiets Feinwerktechnik an der Fakultät für Maschinenbau der TU Ilmenau: „Die Beziehungen nach Lateinamerika habe ich gewissermaßen von Professor Günter Höhne übernommen, der über umfangreiche Kontakte nach Brasilien verfügte.“ Der emeritierte Professor für Konstruktionstechnik hatte seine Beziehungen zu brasilianischen Hochschulen bereits in der Endphase der DDR geknüpft.
René Theska erinnert sich: „Professor Höhne ist noch zu DDR-Zeiten zu einem Forschungsaufenthalt nach Brasilien gereist und kehrte danach in die Bundesrepublik zurück.“ Inzwischen sind die Partnerschaften über Brasilien hinausgewachsen. Hinzugekommen sind Beziehungen nach Chile, Argentinien, Kolumbien, Mexico und Peru. Den größten Anteil haben aber weiterhin die brasilianischen Kontakte, aus denen auch konkrete Projekte entstanden sind. „In Brasilien gibt es eine starke deutsche Tradition, da können wir viel zum Laufen bringen“, erläutert der Professor. Ungeachtet dessen sieht er Südamerika als aufstrebende Weltregion mit vielen Chancen.
Eine Initiative zur gemeinsamen Forschung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG und der brasilianischen CAPES (Fundação Coordenação de Aperfeiçoamento de Pessoal de Nível Superior), einer Organisation ähnlich der DFG, gefördert. Theskas Fachgebiet ist bei dem Projekt dabei, bei dem es um die Darstellung des Drehmoments geht. Ebenso wirken Forscher der RWTH Aachen sowie von anderen deutschen und brasilianische Hochschulen mit. Das Ziel besteht darin, ein Drehmomentvergleichsmessgerät zu entwickeln, dass den nationalen Standard repräsentieren soll.
Nicht nur um die Forschungskooperation mit den Ländern Lateinamerikas bemüht sich Professor Theska. Schließlich geht es auch darum, Studierende aus diesen Ländern für die TU Ilmenau zu gewinnen und den Studienaustausch voranzutreiben. So nimmt er gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt der TU Ilmenau an Studienmessen teil und arbeitet mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD zusammen.
Im vergangenen Jahr konnte ein gemeinsamer Masterstudiengang Maschinenbau mit den Schwerpunkten Werkstoffwissenschaften, Mechatronik und Maschinenbau mit Doppelabschluss von der TU Ilmenau und der Pontificia Universidad Católica del Peru, in Lima ins Leben gerufen werden. Auch hier war Theska beteiligt.
Partneruniversitäten der TU Ilmenau in Lateinamerika sind in Brasilien: Universidade de Brasília, Universidade Regional de Blumenau, Universidade de Sao Paulo - die größte Universität des Landes, Universidade Federal da Bahia in Salvador, Universidade Federal de Minas Gerais in Belo Horizonte, Universidade Federal do Paraná und Universidade Federal de Santa Catarina in Florianopólis. Weitere Partneruniversitäten sind in Kolumbien die Universidad Nacional de Colombia,in Argentinien die Universidad Tecnológica Nacional Buenos Aires in Córdoba und in Peru die Pontificia Universidad Católica del Peru in Lima.