TRIA - Technologie Region Ilmenau Arnstadt

May 2012
M T W T F S S
30 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3

Anmeldung Newsletter





Joomla : TRIA Newspage

Personenportraits

Zwischen Ergonomie und interdisziplinären Konzepten kommt auch der Sport nicht zu kurz

kurtzmaschineAls Dekan der Fakultät für Maschinenbau, seit Juli 2005 ist Professor Peter Kurtz in diesem Amt tätig, vertritt er eine auf  Interdisziplinarität gerichtete Entwicklungsstrategie seiner Fakultät.

Die Fakultät für Maschinenbau der TU Ilmenau hat sich ein Profil erarbeitet, dessen grundsätzliche Linien mit den Forschungsclustern der TU Ilmenau korrespondieren. Als Dekan der Fakultät hat Professor Peter Kurtz diese Entwicklung wesentlich vorangetrieben. Konkret wird die interdisziplinäre Aufstellung in fakultätsübergreifenden Instituten wie dem IMN (Institut für Mikro- und Nanotechnologie), in dem unter den 36 integrierten Fachgebieten allein 15 zur Fakultät für Maschinenbau gehören. Auch der Sonderforschungsbereich „Nanopositionier- und Nanomessmaschinen“ und das neu gegründete fakultätsübergreifende Institut für Produktions- und Fahrzeugtechnik zeigen unter anderem beispielhaft den hohen Anspruch der interdisziplinären Zusammenarbeit verschiedenster Fächer. Diese klare Hinwendung des Dekans zu einer engen Verzahnung unterschiedlicher Forschungsrichtungen kommt offenbar nicht von ungefähr.forschmasch
Professor Kurtz ist Arbeitswissenschaftler. Gegenstand dieser Disziplin ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Planung, Gestaltung, Leistung und Durchführung menschlicher Arbeit. Die Zusammenarbeit von Menschen und das Zusammenspiels von Mensch und Arbeitsmitteln sind dabei zentrale Aspekte. Der Inhalt des Begriffes Ergonomie, der sich daraus ableitet, verlangt geradezu nach interdisziplinärer Zusammenarbeit vieler Fächer.
Peter Kurtz hat von 1966 bis 1971 an der Technischen Hochschule Ilmenau Maschinenbau studiert. Er promovierte 1976 und habilitierte sich 1983. Lange Jahre war er in der Ilmenauer Glasindustrie tätig. Seine Aufgabe war die Automatisierung der Produktion. Es war diese Aufgabenstellung als Ingenieur in der Industrie, die ihn später zur Arbeitswissenschaft führte. Kurtz: „Damals galt die Maxime, dass die Arbeitsaufgabe die beste sei, die der Mensch nicht selbst ausführen muss. Diesen Leitsatz habe ich später sehr relativiert, weil Menschen eben Aufgaben brauchen.“ So hatte er es sich zum Prinzip erhoben, Menschen, die später die automatisierten Anlagen betreiben sollten, schon bei der Konzeption in den Entwicklungsprozess eng einzubinden.
Als Professor für Arbeitswissenschaft, 1993 wurde er auf diese Professur berufen, konnte er seine reichen Erfahrungen aus der Industrie nutzen. „Es ist die Kunst der Ergonomie, dem Menschen in all der Hochtechnologie noch Kompetenz und Motivation zu lassen“, betont der Wissenschaftler, und: „Viele Ingenieure wollen Lösungen schaffen, in denen der Mensch und seine Arbeit gar nicht mehr vorkommen. Das kann aber nicht funktionieren, weil Maschinen nun einmal keine Probleme lösen können. Also müssen die Menschen auch weiterhin bleiben.“
So gilt, dass Automatisierung menschengerecht zu gestalten ist, die Leistungsgrenzen und Gewohnheiten von Menschen berücksichtigt. Oft hilft hier schon die gute Beobachtung menschlichen Handelns weiter. Professor Kurtz: „Der Mensch tendiert zur Faulheit. Wenn er neue Aufgeben übernehmen muss, wird er über kurz oder lang die Lösung herausfinden, die ihm den geringsten Aufwand bereitet und seinen Gewohnheiten nahe kommt.“
Von einem Projekt eines Fernsehgeräteherstellers berichtet Professor Kurtz, wo offenbar auf bestimmte Gewohnheiten von Menschen wenig Rücksicht genommen wurde. Es ging um die Gestaltung einer „intelligenten Fernbedienung“. Man wollte die Tastatur gewissermaßen „zum Finger bringen“ und ersann ein Gerät mit einem runden Korpus. Das Experiment scheiterte, weil diese Form an einem solchen Gerät von den Menschen nicht angenommen wurde.
Die Erkenntnisse der modernen Arbeitswissenschaft haben in der Industrie inzwischen längst Einzug gehalten. Stand vor Entscheidungsträgern früher oft die Frage „Wieviel Ergonomie können und wollen wir uns leisten?“, machen viele Unternehmen Ergonomie inzwischen zu einem Markenzeichen. Selbst in der Softwareentwicklung, so Peter Kurtz, habe die Ergonomie längst Einzug gehalten. Gerade den Informations- und Kommunikationstechnologien wenden sich auch Projekte seines Fachgebiets zu. „Wir entwickeln zunehmend Analyse- und Gestaltungswerkzeuge, mit denen wir beispielsweise die Leuchtdichtesituation an Bildschirmarbeitsplätzen ermitteln können und daraus Simulationen erstellen, die wir für bei der Planung von Arbeitsplätzen einsetzen.“ Die ergonomische Gestaltung von Bedienstellen für Nanopositionier- und Nanomessmaschinen ist ein weiteres Projekt im Fachgebiet von Professor Kurtz. Es handelt sich dabei um ein Teilprojekt des Sonderforschungsbereichs „Nanopositionier- und Nanomessmaschinen“. So schließt sich einer der Kreise jener interdisziplinären Arbeit, die an der Fakultät für Maschinenbau Gang und Gäbe ist.
Wenn sich Peter Kurtz nicht mit seiner Fakultät und arbeitswissenschaftlichen Projekten befasst, wendet er sich zunehmend der klassischen Musik zu. Beethoven, Tschaikowski und Dvorak mag er am liebsten. Auch spielt er selbst Klavier und improvisiert auf dem Instrument. Doch stets spielt der Sport im Leben des Wissenschaftlers eine herausragende Rolle. Als junger Mann hat er aktiv Fußball gespielt, sogar in der DDR-Liga als als der SC "Chemie Ilmenau" noch ganz vorn mitmischte. Mit Skifahren sorgt er im Winter für körperlichen Ausgleich. Vor allem aber steht seine Ehefrau mit den beiden erwachsenen Söhnen. Einer von beiden ist behindert. Ihm gilt die besondere Hinwendung von Peter Kurtz.kutzmasch300

Portraits

Wir bauen die Zukunft
- mit Präzision -

Die Technologie Region Ilmenau Arnstadt lebt von erfolgreichen Unternehmen und Persönlichkeiten.

Tradition und Moderne
Mut und Unternehmergeist
Erfahrung und täglich gelebte
Innovation bilden eine Symbiose
und den Grundstein für eine
Region mit Zukunft!

Interesse? Möchten Sie sich hier selbst wiederfinden?

Dann wenden Sie sich an:
news [at] tria-online.eu