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Grafit ist in der Siliziumindustrie wieder stark nachgefragt

andrae145Die auf dem kleinen Ilmenauer Gewerbegebiet „Auf dem Steine“ ansässige Andrä GmbH profitiert  von einem bemerkenswerten Aufschwung im Bereich der Grafittechnologie. Günter Andrä hatte das Unternehmen über viele Jahre geführt. Heute ist sein Sohn Stefan Andrä Geschäftsführer.

Günter Andrä beschrieb diese Entwicklung so: „Als das Glaswerk in den 1990er Jahren weitgehend weggebrochen war, mussten auch wir die Fertigung von Grafitformen stark zurückfahren. Damals habe ich den Aluminiumbau als zweites Standbein aufgebaut. Jetzt wird Grafit wieder stark in der Forschung und in der Industrie eingesetzt, sodass wir auf diesem Gebiet wieder viel zu tun haben.“

Die große Nachfrage nach Formen und anderen Werkstücken aus Grafit ist stark mit der Photovoltaikindustrie verbunden. Dort wird Silizium verarbeitet. Die Schmelze des Siliziums ist über 2000 Grad heiß und das flüssige Material ist flüchtiger als Wasser, erläuterte Andrä: „Hierbei sind die Eigenschaften des Grafits gefragt, das selbst bei Temperaturen von 3000 Grad noch beständig ist und, im Gegensatz zu den meisten anderen Materialien, mit steigender Temperatur härter wird.“ So hat sich aus der früheren Fertigung von Glasformen die Herstellung von Formen für die Siliziumindustrie entwickelt.

Angesichts dessen versuchte das Unternehmen einen Auszubildenden einzustellen. Doch Geschäftsführer Stefan Andrä weiß inzwischen, dass das gar nicht so einfach ist: „Bereits 2010 waren wir auf der Suche nach einem Azubi. Leider konnten wir keinen einstellen. Bis jetzt haben wir noch keine Bewerbung.“ Günter Andrä fügte hinzu: „Wir bilden Zerspanungsmechaniker aus. Doch wer diesen Beruf bei uns ausübt, darf keine Angst vor schmutzigen Händen haben. Bei der Arbeit mit Grafit wird alles sehr schnell schwarz.“ andraeportrait300

Werkzeugmacher Detlev Langner, Vorarbeiter in der Grafitproduktion stellt Maschinen und Produkte vor. Heute hat die CNC-Technik auch in der Grafitverarbeitung Einzug gehalten. In der Werkstatt stehen aber noch einige der alten Maschinen, die seit Jahrzehnten ihren Dienst tun. Bei der Grafitverarbeitung mit Hilfe von Diamantwerkzeugen ist höchste Präzision gefragt.

Die Andrä GmbH kann auf eine mehr als 70-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Sie begann 1928, als Otto Gustav Eiternick die „Erste Deutsche Werkstätte für Glasbläsereiformen“ gründete. Er war der Schwiegervater von Otto Andrä, der 1954 die Firma übernahm. Dessen Sohn Günter Andrä leitete seit 1969 das Familienunternehmen. Auch zu DDR-Zeiten blieb das Unternehmen in der Hand der Familie und war von Enteignungen verschont. Günter Andräs Sohn Stefan Andrä ist seit 1995 in dem Unternehmen tätig. 2007 übernahm er den Staffelstab in der Firma.

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