Ingo Besinger hat in Ilmenau studiert, eine Familie und drei Firmen gegründet. Auch auf andere Weise ist er der Stadt verbunden, wenngleich er eigentlich nicht hier bleiben wollte.
Als Ingo Besinger 1993 nach Ilmenau kam, wollte er der Stadt am liebsten gleich wieder den Rücken kehren. Seine Mutter hatte ihm die Anregung gegeben, in Ilmenau zu studieren, zumal die Besingers mit der Stadt familiär eng verbunden sind. Sie sind Nachkommen der bekannten Ilmenauer Unternehmerfamilie Klett. Am Anfang behagte dem unternehmungslustigen Studenten die kleine Universitätsstadt wenig. Doch das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der TU Ilmenau war gut, er fand rasch Kontakte und Freunde. „Dann bin ich in Ilmenau einfach hängen geblieben“, erzählte Ingo Besinger. Der gebürtige Bremer gründete hier seine eigene Familie, und er gründete bald auch seine eigene Existenz.
Nach dem Studium wurde Ingo Besinger Unternehmer. Heute betreibt er drei Firmen, die eng miteinander verbunden sind. 1996 gründete er die Qepas GmbH, die sich mit der Entwicklung von Maschinen, dem Zuschnitt und der Beschichtung von Hartschaum befasste. 2007 erfolgte die Ausgründung der cnc-multitool GmbH und 2008 die Ausgründung der Hartschaumzuschnitte GmbH. Damit sind heute Entwicklung, Produktion und Weiterverarbeitung unternehmerisch voneinander getrennt.
„Die Zuschnittfirma habe ich eigentlich nur zu dem Zweck gegründet, um den Kunden die Funktion unserer Maschinen besser vorführen zu können“, berichtete Besinger. In dem Unternehmensverbund werden CNC-Maschinen für den Formschnitt von Styropor und anderen Hartschaummaterialien entwickelt und hergestellt. Alle Maschinen, die in der Firma eingesetzt werden, wurden selbst produziert. Ingo Besinger: „Durch die Zuschnittproduktion haben wir eine gute Möglichkeit, unsere Maschinen unter realen Produktionsbedingungen zu testen und laufend an Verbesserungen zu arbeiten.“ 14 Mitarbeiter sind in den drei Unternehmen tätig.
Unterdessen haben sich die Zuschnitte zu einem gut laufenden Geschäft entwickelt. Selbst komplizierte Formen wie Buchstaben, Wappen, aber auch Kugeln und viele andere 3D-Objekte bis zu einem Durchmesser von zwei Metern können ausgeschnitten und auch gefräst werden. Sie erhalten eine Beschichtung, die nichts mehr vom Styropor erahnen lässt. Werbeagenturen und Messebauer sind vor allem Kunden.
Besingers Firmen haben sich an zwei markanten Ilmenauer Standorten niedergelassen. Die Zuschnittproduktion befindet sich in der ehemaligen Ilmenauer Baustoffversorgung am Neuhäuser Weg. Maschinenentwicklung und -produktion sind im einstigen Gebäude der PGH Erfi in der Ludwig-Jahn-Straße untergebracht. Durch den Bau der Fußgängerbrücke über den Bahnkörper am Hauptbahnhof sind die beiden Firmenstandorte heute fast in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Firmenchef bemerkt hierzu: „Es sieht so aus, als ob die Brücke extra für uns errichtet wurde.“
Die Zuschnittproduktion im Neuhäuser Weg würde Ingo Besinger gern durch einen Hallenneubau erweitern: „Wir prüfen gerade, ob sich das lohnt, und ob wir das finanzieren können.“ Dieses Stadtgebiet am Bahnhof hat in den kommenden Jahren ein starkes Entwicklungspotenzial. In der Nachbarschaft entsteht das Technologie Terminal, und für weitere freie Flächen im Umfeld des Technologie- und Gründerzentrums sind Planungen zu erwarten. In Bezug auf mögliche Personalerweiterungen in den kommenden Jahren, verwies der Unternehmer zunächst auf einen gewissen Konsolidierungsbedarf: „Die drei Firmen haben sich in den letzten zu stürmisch entwickelt. Die Strukturen konnten damit nicht Schritt halten. Das müssen wir jetzt erst einmal nachholen.“