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Land fördert Messeteilnahmen und Technologiescouts

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat die Teilnahme von insgesamt 307 Thüringer Unternehmen an internationalen Messen im In- und Ausland im vergangenen Jahr mit rund 900.000 Euro unterstützt.

„Die Thüringer Wirtschaft muss ihre Präsenz auf wichtigen Auslandsmärkten verstärken und ihre Produkte offensiv vermarkten“, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig heute in Erfurt. Der Export sei ein Wachstumstreiber für Wirtschaft und Beschäftigung am Standort Thüringen. „Mit der Außenwirtschaftsförderung wollen wir die Unternehmen deshalb bei der Erschließung neuer Märkte unterstützen.“

Untersuchungen zeigen, dass Unternehmen mit einer Exportquote von über 50 Prozent ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent erzielen. Dabei gibt es gerade in Thüringen noch erheblichen Nachholbedarf in diesem Bereich: Zwar sind die Thüringer Exporte seit 1991 – mit Ausnahme der Krisenjahre – um durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr gewachsen und erreichten 2011 mit ca. 12,5 Milliarden Euro ihren bislang höchsten Stand.

Andererseits liegt die Exportquote Thüringens mit 31,5 Prozent noch immer um mehr als 12 Prozentpunkte unter dem gesamtdeutschen Wert (ca. 44 Prozent). Die Ausfuhren pro Kopf der Bevölkerung sind mit knapp 4.000 Euro gerade einmal halb so hoch wie im bundesdeutschen Durchschnitt. Vor allem im Handel mit dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika, Ostasien und Südamerika bestehen teilweise deutliche Rückstände zum Bundesdurchschnitt.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat deshalb im vergangenen Jahr eine neue Außenwirtschaftskonzeption vorgelegt, die auf die personelle Verstärkung der Exportberatung bei der LEG, eine klare Definition von Zielmärkten und die Straffung der Außenwirtschaftsförderung setzt: Der Bereich „Thüringen International“ bei der LEG wird bis Mitte 2012 auf 10 Mitarbeiter erhöht. Die Außenwirtschaftsförderung konzentriert sich auf die strategisch wichtigen Potentialmärkte BRIC (Brasilien, Russland, Indien und China) und Next-11 (Länder mit Wachstumspotential: Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Südkorea, Türkei, Vietnam) sowie weiterhin auf die Erschließung geographisch naher Märkte, vorwiegend in der EU.

Die Richtlinie zur Außenwirtschaftsförderung wird modifiziert: Die bisherige Förderung von Beratungsleistungen wird eingestellt. Stattdessen bietet die LEG eine kostenfreie Grundberatung der Unternehmen an. Weiterhin gefördert wird die Teilnahme an internationalen Fachmessen im In- und Ausland (50 Prozent der Kosten für Flächenmiete und Standbau, maximal 10.000 Euro pro Förderung, maximal drei Förderungen) sowie die Erstellung von Internetauftritten in Fremdsprachen (maximal 3.500 Euro pro Förderung, maximal drei Fremdsprachen). Die Umsetzung der Förderrichtlinie liegt wie bisher bei den Thüringer Industrie- und Handelskammern.

Um die Unternehmen beim Abbau strategischer Defizite zu unterstützen, wird die Einstellung von Technologiescouts gefördert (KMU: 50 Prozent – bzw. Großunternehmen: 35 Prozent – des Bruttogehalts, maximal 24.000 Euro im ersten und maximal 12.000 Euro€ im zweiten Jahr), die die Unternehmen bei den ersten Schritten auf neuen Exportmärkten unterstützen sollen.

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie