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Ohne Nanotechnologien geht fast nichts mehr

dvnanoSeit heute gibt es in Ilmenau eine regionale Geschäftsstelle für Thüringen des Deutschen Verbandes Nanotechnologie.

Im Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien der TU Ilmenau gründete sich heute Nachmittag eine Regionalgruppe des Deutschen Verbandes Nanotechnologie e.V. (DV Nano)  mit zunächst drei Mitgliedern. Zugleich wurde eine regionale Geschäftsstelle des bundesweiten Verbandes für Thüringen eröffnet. An der Gründung und der Geschäftsstelleneröffnung nahm der Präsident des DV Nano, Dr. Ralph Nonninger, teil. Er freute sich, dass sein Verband nun auch in Thüringen präsent sein kann: „Unser Ziel ist es, in allen Bundesländern mit Geschäftsstellen Fuß zu fassen. Bislang konnten wir sieben davon eröffnen.“

Die neue Geschäftsstelle des Deutschen Verbandes Nanotechnologie befindet sich ab sofort im Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien (ZMN) der TU Ilmenau. Ehrenamtlicher Geschäftsstellenleiter ist Andreas Werner, der als Referent des ZMN für die Geschäftsführung dieser Einrichtung zuständig ist. An der Gründung wirkten Professor Martin Hoffmann, Direktor des Instituts für Mikro- und Nanotechnologien und Professor Peter Schaaf Direktor des Instituts für Werkstofftechnik an der TU Ilmenau mit. Auch Professor Michael Köhler, Leiter des Fachgebiets Physikalische Chemie / Mikroreaktionstechnik war zugegen und sagte sein Mitwirken zu.

Anliegen des Verbandes ist es, die Interessen der Mitglieder wahr zu nehmen, auch im regionalen Umfeld. Das ist eigentlich nicht ungewöhnlich für einen wissenschaftlichen Fachverband. Doch im Fall des DV Nano besteht eine besondere Notwendigkeit, für die Mitglieder einzustehen, sagte Dr. Nonninger: „Es herrscht ein solches Halbwissen zu Nanotechnologien, dass in der Öffentlichkeit nur noch von den Risiken die Rede ist. Das wollen wir ändern.“ Nonninger berichtete, dass einige Mitglieder seines Verbandes sogar ihre Mitgliedschaft geheim halten, weil sie ansonsten geschäftliche Nachteile fürchten.

Professor Hoffmann bestätigte diese Schwierigkeiten: „In der Öffentlichkeit entsteht oft der Eindruck, als würde es in der Nanotechnologie nur um Partikel gehen, die irgendwann austreten und Schäden verursachen.“ Zu den Ilmenauer Forschungen erläuterte Martin Hoffmann: „Wir haben mit Partikeln gar nichts zu tun. Wir erforschen unter anderem Nanostrukturen auf Oberflächen, um damit die Eigenschaften von Materialien zu beeinflussen. Und wir fügen Nanotechnik in Mikrosysteme ein, was eine Vielzahl neuer Funktionen ermöglicht. Wir bauen Nanotechnik in Mikrosysteme, um sie für unsere Makrowelt nutzbar zu machen.“

Ralph Nonninger, der als Wissenschaftler und als Unternehmer tätig ist, fügte hinzu: „Den meisten Leuten ist es gar nicht bewusst, dass ohne Nanotechnologien fast nichts mehr geht. Ob beim Handy oder beim Smartpad und vielem anderen mehr: Ohne Nanotechnologien würde das alles nicht funktionieren.“ Professor Hoffmann bestätigte: „Was heute noch als Mikroelektronik bezeichnet wird ist längst Nanoelektronik.“

Der Deutsche Verband Nanotechnologie (DV Nano) mit Sitz in Saarbrücken ist der Fachverband für die auf dem Gebiet der Nanotechnologie arbeitenden Kräfte aus Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Bildung, Politik und Verwaltung. Er setzt sich neben der Interessenvertretung für die Mitglieder auch für die Sicherheit von Nanoprodukten ein. Zu diesem Zweck stellt der Verband auch die Instrumente zur Verfügung, Risiken der Nanotechnologien zu erkennen. Nonninger hofft nun darauf, auch in Thüringen viele Mitglieder zu gewinnen. Neben Wissenschaftlern sind auch Unternehmer im Verband gern gesehen.

Dr. Ralph Nonninger kann auf über 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Nanotechnologie zurückblicken. In den 1990er Jahren arbeitete Dr. Nonninger am Leibniz-Institut für Neue Materialien. Dort war er an etwa 100 Industrieprojekten beteiligt. Im Jahr 2000 gründete er die ItN Nanovation AG, die er im Jahre 2006 an die Börse brachte. Nach zehn Jahren erfolgreicher unternehmerischer Arbeit verließ er die ItN Nanovation AG, um sich anderen Betätigungsfeldern zuzuwenden. Er übernahm die Leitung des cc-NanoBioNet. Das größte Nanotechnologienetzwerk in Deutschland war aus dem Zusammenschluss der Netzwerke NanoBioNet und cc-NanoChem entstanden.

dvnano800Zum Deutsche Verband Nanotechnologie e. V.

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Anlauffoto: Dr. Ralph Nonninger, Präsident des Deutschen Verbands Nanotechnologie e. V. Foto: wr