Die IPOL-Institut für Produktionsorganisation und Logistik GmbH braucht über kurz oder lang größere Räume. Als künftiger Standort wäre den Unternehmern das Terminal 2 des Technologieterminals angenehm.
Der Besuch von Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber im IPOL-Institut für Produktionsorganisation und Logistik fand heute im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau, dem jetzigen Standort des Unternehmens statt. Doch dort wird der Platz langsam knapp. So brachten Geschäftsführer Dr. Holm Fischäder und Professor Herfried Schneider, wissenschaftlicher Direktor der Firma, ihr Anliegen ganz direkt Oberbürgermeister Seeber vor: „Wenn das Technologieterminal fertigestellt ist, würden wir dort gern Räume mieten.“
Der Oberbürgermeister griff dies gern auf: „Wir werden direkt einen Kontakt mit dem Planungsbüro zustandebringen. Im jetzigen Planungsstadium sind noch viele individuelle Lösungen möglich.“ Etwa 300 Quadratmeter seien noch zu haben, bot Seeber an. Der größte Teil der Flächen in diesem Gebäude sind bereits für einen Hauptmieter reserviert. Dabei soll es sich um die Inverso GmbH handeln, was allerdings noch nicht bestätigt ist. Der OB teilte mit, dass der Aufsichtsrat der Ilmenauer Wohnungs- und Gebäudegesellschaft mbH IWG das Bauvorhaben gebilligt hat. Damit könne der Bau noch in diesem Jahr beginnen. Etwa im dritten Quartal 2013 seien die Flächen dann verfügbar.
Die IPOL-Institut für Produktionsorganisation und Logistik GmbH ist eine klassische Ausgründung aus der TU Ilmenau. Die Gründung erfolgte 2005/2006 aus dem Fachgebiet Produktionswirtschaft/Industriebetriebslehre der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU Ilmenau. Das Fachgebiet wurde von Professor Herfried Schneider geleitet. Heute ist er bei IPOL als wissenschaftlicher Direktor tätig. Mitgründer und Gesellschafter sind Dr. Holm Fischäder, Dr. Thomas Rücker, beide Geschäftsführer der Firma. Sie haben an der Ilmenauer Uni Wirtschaftsingenieurwesen studiert und waren danach Doktoranden bei Professor Schneider.
Bei der Vorstellung des Unternehmens betonten Schneider und Fischäder, dass sie beim Firmennamen bewusst die Bezeichnung Institut verwendet haben, um auch begrifflich die Nähe zu Universität deutlich zu machen. Diese Nähe ergibt sich nicht nur daraus, dass alle drei Gesellschafter dort tätig waren. Bis heute bieten sie Lehrveranstaltungen an, darunter die Vorlesungsreihe zur Gestaltung schlanker Produktions- und Logistikprozesse sowie das Praxisseminar „Prozessoptimierung eines logistischen Teilbereichs in Thüringer Unternehmen“.
Geschäftsfelder der IPOL GmbH sind indes Ingenieurdienstleistungen zur Planung und Strukturierung von Produktions- und Logistikprozessen in Industrieunternehmen. Als Wissenschaftler legen die Firmeninhaber großen Wert darauf, sich gegenüber anderen Unternehmensberatungen abzugrenzen. Schneider: „Wir beraten Unternehmen von der Neuansiedlung bis zur Neustrukturierung. Dabei kommen wissenschaftliche Methoden zum Einsatz, wobei im Ergebnis jeweils individuelle Konzepte stehen.“
IPOL ist international tätig. Kunden sind unter anderem Magna, Toyota, BorgWarner, aber auch Firmen in der hiesigen Region wie die ILMVAC GmbH und die Gewes GmbH in Stadtilm. Die enge Anlehnung an die Automobilindustrie hatte 2009 einen Einbruch im Umsatz zur Folge. 2010 und 2011 konnte sich die Firma wieder erholen und erreichte 2011 eine Umsatzspitze von gut 2,4 Millionen Euro. Fischäder und Schneider unterstrichen, dass sie in der Krise dennoch alle zwölf Mitarbeiter gehalten hatten. Der Oberbürgermeister würdigte dies als soziale und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
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