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ELMUG und TETRA bündeln die Kräfte

tetrasensor145Wie eng das Technologiecluster ELMUG eG und die Ilmenauer TETRA Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation mbH kooperieren, stellten die beiden Partner beim heutigen Betriebsbesuch des Oberbürgermeisters der Stadt Ilmenau, Gerd-Michael Seeber, vor.

Aus Anlass des Betriebsbesuchs von Ilmenaus Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber präsentierte TETRA-Geschäftsführer Olaf Mollenhauer ein neuartiges Gerät, das nach seinen Worten das beste an hochpräziser Positioniertechnik und der der linearen Wegmessung ist, das es momentan gibt: „Das Ding sieht so unscheinbar aus, doch es ist mit enorm viel Gehirnschmalz entwickelt worde.“ Die TETRA Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation mbH ist ein international profiliertes Unternehmen mit einer starken Orientierung auf Forschung und Entwicklung auf den Gebieten der Präzisions-Antriebe, Präzisions-Sensorik, Leichtbau-Roboter und einiger weiterer verwandter Gebiete.

Mollenhauer: „Das optische Sensorsystem reagiert auf Bewegungsänderungen in der Größenordnung von etwa fünf Nanometer. Das ist der Abstand eines halben Wasserstoffatoms.“ Entwickelt wurde der optische Distanz Sensor zunächst, um eigene Positionieranlagen der TETRA GmbH genauer zu machen. Nun geht es allerdings darum, den Sensor weiter zu vermarkten, denn Bedarf besteht überall dort, wo Präzisionsbearbeitungs- und Montageanlagen zum Einsatz kommen.

Eine weitere Hightech-Entwicklung der TETRA GmbH stellte Dr. Andreas Karguth vor, Karguth ist neben Mollenhauer Geschäftsführer von TETRA. Dabei handelt es sich um einen Roboterarm, der sich durch die Anwendung bionischer Funktionsprinzipien auszeichnet. Auf Grund dessen ist das Robotik-System sehr vielseitig einsetzbar und kann Aufgaben vom Menschen Übernehmen, die bislang nicht von Maschinen ausgeführt werden konnten. Konzipiert wurde er als Hilfsmittel in Laboren, insbesondere in Biotech-Laboren. Er soll zum Einsatz kommen, wo der Mensch durch biologisch oder chemisch aktive Substanzen gefährdet werden könnte.tetrasensor300

Die Vermarktung solcher Hightech-Produkte hat die TETRA Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation an das Technologienetzwerk ELMUG eG übergeben. In diesem als Genossenschaft organisierten Technologiecluster haben sich Thüringer Unternehmen der elektronischen Mess- und Gerätetechnik zusammengeschlossen. Auch die TETRA GmbH ist Mitglied bei ELMUG, Geschäftsführer Olaf Mollenhauer ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Genossenschaft.

ELMUG hat zur Vermarktung der TETRA-Entwicklungen einen ganz neuen Weg eingeschlagen. Netzwerk-Managerin Katrin Kühn unterstrich: „Wir wollten junge Menschen in die Ideenfindung einbeziehen und haben deshalb zwei Projektgruppen von Studierenden gebildet, die gewissermaßen konkurrierend Konzepte für die Markteinführung entwickelt haben.“ Dabei kam auch das Anliegen des Technologieclusters zum Tragen, Studenten frühzeitig in die Arbeit von Unternehmen einzubeziehen.

Das Netzwerk ELMUG eG hat sich von neun Gründungsmitgliedern im Februar 2007 zu einer Genossenschaft mit nunmehr 23 Mitgliedern entwickelt. Den Mitgliedern geht es darum, ihre technologischen Fähigkeiten, ihre Marktkräfte, aber auch die Suche nach Fachkräften zu bündeln. Die meisten Unternehmen der elektronischen Mess- und Gerätetechnik in Thüringen haben kaum mehr als zehn Mitarbeiter. Eigene Marketingabteilungen können sich diese nicht leisten. Ähnlich ist es bei der Gewinnung von Fachkräften. Mit der Initiative „emug4students“ wurde gerade für dieses Anliegen eine Plattform geschaffen, auf der auch kleineren und relativ unbekannten Unternehmen bessere Chancen geboten werden Fachkräfte zu finden, besonders, aber eben nicht nur, Absolventen der TU Ilmenau. „Schwer ist es trotzdem, geeignete Leute zu finden“, bemerkte Olaf Mollenhauer. So sucht er zum Beispiel seit längerer Zeit zwei Vertriebsingenieure, bislang allerdings ohne Erfolg.

Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber hob die große Innovationskraft der TETRA GmbHhervort, Er würdigte auch solche Kooperationsbeziehungen, die TETRA und ELMUG gemeinsam vorstellten und unterstrich die Notwendigkeit, so viele Studenten wie nur irgend möglich in der region zu halten. Seeber fügt allerdings hinzu, dass der zunehmende Bedarf an Fachkräften nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass auch Arbeitsplätze für geringer qualifizierte Menschen benötigt würden: „Hier ist es uns bisher nicht gelungen Lösungen zu finden.“

Mit Mirko Krawetzke und Veit Müller waren indes zwei Ilmenauer Studenten in der Runde anwesend, die sich durchaus gern hier in der Region festhalten lassen. Veit Müller aus Berlin, im 7. Semester des Bachelorstudiengangs Mechatronik, schätzt die Arbeitsatmosphäre in den eher kleinen Ilmenauer Hichtech-Unternehmen. In der TETRA GmbH arbeitet er neben seinem Studium. Dazu sagte er: „In einer großen Firma ist man wahrscheinlich nur eine Nummer. Die Kreativität wie hier kann man in einem solchen Unternehmen wohl nicht entfalten.“ Ähnlich äußerte sich auch  Mirko Krawetzke, der im 5. Semester Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Das machte wieder Hoffnung, dass der von TETRA und ELMUG eingeschlagene Weg doch richtig sein könnte.tetrasenso800

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Anlauffoto: Tetra TETRA-Geschäftsführer Olaf Mollenhauer präsentiere den neuesten hochauflösenden optischen Distanz Sensor. Foto: wr