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Die Baumaßnahmen an Schulen des Ilm-Kreises wurden auch durch Corona nicht aufgehalten

Trotz pandemiebedingter Probleme mit dem Kreishaushalt im Frühjahr 2020 hat Landrätin Petra Enders am Investitionsprogramm für Schulen festgehalten.

Landrätin Petra Enders (r.) bei einer Besichtigung der Baustelle Grundschule Martinroda im Mai 2020. Foto: Doreen Huth/ LRA Ilm-Kreis

Im ersten Halbjahr 2020 hatte die Corona-Pandemie, bedingt durch den Lockdown, erhebliche Löcher in den Haushalt des Ilm-Kreises gerissen. Später wurden diese dann durch Zuschüsse von Bund und Land wieder weitgehend ausgeglichen, wie Landrätin Petra Enders in ihrer Pressekonferenz zum Jahresende 2020 ausführte. Doch zunächst musste das Landratsamt mit diesen Haushaltsproblemen umgehen. Auf keinen Fall sollten die Investitionen, insbesondere die für Schulen, angetastet werden, so die Vorgabe der Landrätin. Diese Linie wurde schließlich durchgehalten, sodass zahlreiche Bauvorhaben durchgeführt werden konnten.

Fünf Millionen Euro für das Neideck-Gebäude

So kann die Sanierung des Gebäudes des ehemaligen Neideck-Gymnasiums in Arnstadt voraussichtlich Mitte 2021 abgeschlossen werden. Die Regelschule „Ludwig Bechstein“ wird dann dieses traditionsreiche Arnstädter Bauwerk beziehen. Fünf Millionen Euro werden in diese Generalsanierung bis zur Fertigstellung investiert, die nach jahrelangem Leerstand erforderlich wurde. Mit etwa 3,5 Millionen Euro an Fördermitteln hat der Freistaat Thüringen zum Gelingen des Bauprojekts beigetragen.

Im März 2020 begannen die Bauarbeiten für einen Erweiterungsbau der Regelschule Geratal und der Sanierung des Altgebäudes. Damit wird eine ungünstige Situation des Unterrichts in zwei getrennten Schulgebäuden beendet. Der gesamte Schulbetrieb wurde für die Bauzeit in ein Ausweichquartier in Ilmenau in der ehemaligen Glasfachschule ausgelagert. 2,6 Millionen Euro investiert der Ilm-Kreis in diese Baumaßnahme. Der Einsatz von Fördermitteln war hier nur in geringem Maß möglich. Der Bund fördert die Sanierung mit 41.000 Euro. Mit der KlimaInvest-Förderung des Landes erhält der Ilm-Kreis 80.000 Euro.

Ein weiteres großes Sanierungsobjekt ist die Sporthalle der Grundschule „Ludwig Bechstein“ im Arnstädter Wohngebiet „Rabenhold“. Eigentlich sollte die Baumaßnahme zum Ende 2020 abgeschlossen sein, doch die Corona-Pandemie hat hier zu Verzögerungen geführt. Nun wird die Fertigstellung im Januar 2021 ins Auge gefasst. 2,3 Millionen Euro umfasst die Gesamtinvestition, 782.000 Euro aus der Sportstättenförderung schießt das Landes zu. In die Restlichen 1,5 Millionen Euro haben sich der Ilm-Kreis und die Stadt Arnstadt hineingeteilt. Bei der Sanierung wurde außer den Außenwänden und dem Parkett alles erneuert.

Schadstoffsanierung der Grundschule Martinroda abgeschlossen

Ein Sonderfall war die Sanierung der Grundschule Martinroda, die inzwischen abgeschlossen ist und wieder genutzt werden kann. Im Sommer 2019 musste die Schule kurz vor dem Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien komplett geschlossen werden. Bei einer Schadstoffuntersuchung waren erhöhte Naphtalinwerte festgestellt worden, die teilweise bis zu gesundheitsschädlichen Konzentrationen reichten. Die Kinder fanden während der Bauphase in der Grundschule Plaue Platz. Nach der Entfernung von belasteten Bauteilen wurden auch veraltete Elektro- und Heizungsinstallationen erneuert. Zudem wurden alle Voraussetzungen zur Digitalisierung geschaffen. 780.000 Euro investierte der Ilm-Kreis ausschließlich aus Eigenmitteln. Fördermittel gab es für dieses Projekt nicht.

Kurz vor Weihnachten 2020 erfolgte der Baustart für die Erweiterung der Turnhalle Gräfenroda. Genutzt wird diese für den Schulsport der Thüringer Gemeinschaftsschule Gräfenroda und für den Vereinssport in der Gemeinde. Insbesondere die Gewichtheber des Ortes, die den Aufstieg in die erste Bundesliga anpeilen, werden von der Erweiterung profitieren, zumal die künftigen 131 Quadratmeter Nutzfläche optimale Trainingsbedingungen bieten. Insgesamt werden hier 560.000 Euro Investiert. Aus der Städtebauförderung fließen 333.000 Euro in das Vorhaben. Die Gemeinde Gräfenroda ist mit 143.000 Euro dabei und der Eigenanteil des Ilm-Kreises beträgt 84.000 Euro. Eine Bauzeit von etwa sechs Monaten ist veranschlagt.