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Kommunikationskampagne aus Ilmenau zur Suche nach außerirdischer Intelligenz

Studentinnen und Studenten der TU Ilmenau entwickeln Konzepte für die internationale Öffentlichkeitsarbeit des SETI-Institut in den USA.

Das SETI-Institut in Kalifornien widmet sich unter anderem der Suche nach technologisch fortgeschrittenem Leben jenseits der Erde. Foto: SETI-Institut

Im anlaufenden Wintersemester werden Studentinnen und Studenten der Technischen Universität Ilmenau für das Kalifornische SETI-Institut – eine Forschungsorganisation, die sich mit der Suche nach intelligentem außerirdischem Leben befasst – Konzepte für die internationale Öffentlichkeitsarbeit erarbeiten. In einem international angelegten Seminar entwickeln die Studenten aus vielen verschiedenen Ländern Ideen für eine weltweite Kommunikationskampagne, um so in der Gesellschaft Aufmerksamkeit für die Suche nach Leben im Universum als ernstzunehmende wissenschaftliche Disziplin zu schaffen.

Junge Mädchen in der ganzen Welt für Naturwissenschaften gewinnen

Mit Beginn des Wintersemesters 2020/21 stellt sich das SETI-Institut am 26. Oktober zum Start des Seminars „PR in the Context of Globalization“ den rund 30 Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs Medien- und Kommunikationswissenschaft an der TU Ilmenau vor. Bis zum Ende des Semesters werden die jungen Männer und Frauen in sechs konkurrierenden „Junior-PR-Agenturen“ professionelle Kommunikationskonzepte entwickeln. Ziel ist nicht nur, Aufmerksamkeit für die Suche nach intelligentem Leben im Universum zu schaffen. Auch sollen junge Mädchen in der ganzen Welt für Naturwissenschaften wie Astrobiologie fasziniert werden, damit sie in Zukunft eine wissenschaftliche Karriere in diesem Bereich einschlagen. Ebenso soll die Kampagne helfen, Vorurteile und Missverständnisse über Wissenschaften abzubauen, die sich mit der Suche nach technologisch fortgeschrittenem Leben jenseits der Erde befassen. 

Seminarleiter Dr. Andreas Schwarz, Leiter des Fachgebiets Public Relations und Technikkommunikation, ist überzeugt, dass durch die Zusammenarbeit mit dem SETI-Institut die PR-Ausbildung an der TU Ilmenau gestärkt wird: „Die Studierenden arbeiten auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse mit internationalen Partnern an praxisrelevanten Problemstellungen. Für sie ist das Seminar die beste Vorbereitung auf zukünftige Jobs in einer zunehmend internationalisierten Kommunikationsbranche.“

Auftraggeber der Ilmenauer Junior-PR-Agenturen sind Rebecca McDonald, Direktorin für Kommunikation, und Dr. Simon Steel, Direktor für Ausbildung am SETI-Institut. Als Mitglieder der Jury werden McDonald und Steel mitentscheiden, ob und wie das siegreiche Konzept in die Praxis umgesetzt wird: „Diese aufregende Partnerschaft mit der TU Ilmenau, in der wir mit Studenten aus Deutschland und der ganzen Welt zusammenarbeiten, hat in unruhigen Zeiten auf dem Planeten Erde das Potenzial, Menschen zu vereinen. Und mit der seriösen Arbeit des SETI-Instituts können wir ein neues, globales Publikum ansprechen und inspirieren und so auch die Art und Weise, wie wir über das Universum denken, verändern.“

Nichtregierungsorganisation SETI-Institut

Das SETI-Institut, 1984 gegründet, ist eine gemeinnützige, multidisziplinäre Forschungs- und Bildungsorganisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, den Ursprung und die Natur des Lebens im Universum und die Entwicklung von Intelligenz zu erforschen, zu verstehen und zu erklären. SETI steht für „Search for Extraterrestrial Intelligence“ – Suche nach außerirdischer Intelligenz. Die wissenschaftliche Forschung in Physik und Biologie stützt sich auf Fachwissen der Datenanalyse und des maschinellen Lernens und nutzt Technologien der Signalerkennung. Als Nichtregierungsorganisation ist das SETI-Institut ein angesehener Forschungspartner für Industrie, Hochschulen und Regierungsbehörden, darunter die US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft NASA.

Die Suche nach extraterrestrischem Leben erhielt erst im September neuen Auftrieb, als Wissenschaftler des angesehenen Massachusetts Institute of Technology und der Universität Cardiff in der Atmosphäre der Venus Spuren von Phosphingasen entdeckten. Da diese Gase unter anderem von Bakterien produziert werden, könnten sie sich als Zeichen von Leben erweisen.