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In der NORMAG treffen Tradition und Innovation bei der Glasverarbeitung aufeinander

Schülerinnen und Schüler informierten sich in der NORMAG Labor- und Prozesstechnik GmbH in Ilmenau zum „Tag im Unternehmen“ über den Beruf Glasapparatebauer/-in

Beim Rundgang durch die Glasschleiferei der NORMAG: (v.r.) André Krause – Laborglasschleifer, Martin Kuchorz – Projektleiter LAB/Prokurist und die fünf Teilnehmer/-innen am Tag im Unternehmen. Foto: Landratsamt Ilm-Kreis

Am 6. November fand der diesjährige „Tag im Unternehmen“ unter anderem in der NORMAG Ilmenau statt. So kamen fünf Schülerinnen und Schüler aus den Staatlichen Regelschulen Heinrich Hertz Ilmenau und ImPULS-Schule Schmiedefeld sowie dem Gymnasium von Buelow Neudietendorf, um sich über den Beruf Glasapparatebauer/-in ein Bild zu machen. Zunächst gab es eine freundliche Begrüßung durch Frau Werner am Empfang, durch Martin Kuchorz, Manager LAB und Prokurist des Unternehmens, sowie Petra Beyer von der Wirtschaftsförderung Ilm-Kreis, die Namens des regionalen Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT zur Betreuung der Schüler mit vor Ort war.

Arbeitsplätze mit Zukunft auf Grund des demografischen Wandels

 

Martin Kuchorz stellte sich und das Unternehmen vor und wollte zunächst wissen, welche Teilnehmer sich bewusst für den Beruf interessieren. Es folgte ein Vortrag über das Unternehmen mit vielen interessanten Details. Anschließend stellte er das Berufsbild vor, benannte aber auch ergänzend weitere Möglichkeiten für die Gymnasiasten, unter anderem das duale Studium. Natürlich fehlten auch die Hinweise zum Bewerbungsprozedere, die Bezahlung und der Möglichkeit zur Durchführung von Schülerpraktika und Ferienarbeit nicht. In den Ausführungen hob er hervor, dass es sich auf Grund des demografischen Wandels um Arbeitsplätze mit Zukunft handelt.

Es wurde den Schülern vermittelt, dass die Übernahmechancen bei Eignung sehr gut sind. Als entscheidende Kriterien stellte Kuchorz neben dem erfolgreichen Berufsabschluss klar: „Nicht nur die Schlüsselqualifikationen sind für das Unternehmen wichtig, entscheidend ist, dass ihr den Willen und Spaß am Beruf  habt“. Weiter führte er aus, dass das als gelebte Firmenphilosophie einen sehr hohen Stellenwert hat und ganz wichtig für ein gut funktionierendes Team ist. Sehr gut sind auch die beruflichen Perspektiven bei NORMAG. Martin Kuchorz selbst hat an der DHBW Mosbach Wirtschaftsingenieurwesen studiert und ist seit 2013 im Unternehmen. Er ist für den Geschäftsbereich Labor, Komponenten, Apparate, Anlagen und Kleingeräte als Projektleiter tätig und hat seit kurzem Prokura.

Fingerfertigkeit, Geschick, Erfahrung und Geduld im Beruf erforderlich

 

Nach dem sehr interessanten Vortrag brachen die Teilnehmer zu einem Rundgang durch das Unternehmen auf. Es wurden die Bereiche Glasschleiferei, Mechanik, Anlagenmontage und Glasbläserei besucht und auch dort gab es sehr viele Informationen zum Portfolio des traditionsreichen Unternehmens. Auch Hinweise zur guten Zusammenarbeit mit vielen innovativen Unternehmen der Region, die unter anderem Schaltschränke und Exportverpackungen herstellen, fehlten nicht. Bei der Durchführung des handlungsorientierten, praktischen Teils, dem Glasblasen, stand Eduard Stürz von der NORMAG Leonie Redlich Fischer aus der 9b des von-Buelow-Gymnasium Neudietendorf mit Rat und Tat zur Seite und erläuterte den Schüler/-innen, worauf ein Glasbläser alles achten muss. Es zeigte sich, dass ein hohes Maß an Fingerfertigkeit, Geschick, Erfahrung und Geduld erforderlich ist. Mit der Übergabe des Zertifikates und den besten Wünschen für die Zukunft hat ein für die Region kleiner, aber wichtiger Baustein für die Berufsorientierung ein weiteres Mal einen erfolgreichen Abschluss gefunden.

 

Mit 70 Beschäftigten zählt die NORMAG inzwischen zu den größeren Unternehmen in der Region. Es ist sehr erfreulich, dass man sich dieses Jahr erstmalig dem Thema Ausbildung stellt und in diesem Zusammenhang neben dem Tag im Unternehmen bei Industrie InTouch Anfang November sowie am 15. November ab 14 Uhr am 1. Tag des Glasapparatebauers im CJD Ilmenau beteiligt.

Allgemeine Informationen zum Tag im Unternehmen

Der Projekttag „Ein Tag im Unternehmen“ findet jährlich im November statt, in diesem Jahr am 6. November 2018. Es handelt sich um einen bereits mehrfach erprobten Praxisbaustein für Schüler der Region in Unternehmen der Region. Organisiert durch den regionalen Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Ilm-Kreis geht es um die Vorstellung von Ausbildungsberufen oder akademischen Berufsfeldern für das Schülerbetriebspraktikum in den Klassenstufen 9 und 10 an Regelschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Die Schülerinnen und Schüler erlangen dabei spezifisches Wissen über die Berufsbilder, deren Anforderungen und den Strukturwandel. Sie sollen zielgerichtet berufsbezogenen Informationen suchen und die Merkmalbereiche der Ausbildungsfähigkeit erkunden. Die jeweiligen Unternehmen präsentieren den Schülern die Geschäftsfelder und mögliche Ausbildungsberufe beziehungsweise akademische Berufsfelder. Außerdem bieten sie ihnen Informationen zur Durchführung von Betriebspraktika für Schüler, Bewerbungsfristen und Bewerbungsmodalitäten für Praktikum und Ausbildung. Betriebserkundung beziehungsweise ein Betriebsrundgang, ein praktischer, handlungsorientierter Teil und eine abschließende Gesprächsrunde sind wesentliche Bestandteile der Berufsorientierung zum „Tag im Unternehmen“. Die Schülerinnen und Schüler erhalten von ihren Schulen einen Arbeitsauftrag, erstellen einen Feedbackbogen und erhalten nach Abschluss des Tages im Unternehmen ein Zertifikat.

2018 haben insgesamt 440 Schüler aus 25 verschiedenen 9. Klassen der Regelschulen „Wilhelm Hey“ Ichtershausen, „Robert Bosch“, und „Ludwig Bechstein“ Arnstadt, „Heinrich Hertz“ und „Geschwister Scholl“ Ilmenau und der ImPuls-Schule Schmiedefeld, der Gemeinschaftsschulen Emil-Petri-Schule Arnstadt, Stadtilm, Großbreitenbach und Gräfenroda sowie der Gymnasien „Melissantes“ Arnstadt und „von Bülow“ Neudietendorf teilgenommen und insgesamt 82 Angebote in 46 Unternehmen und Einrichtungen wahrgenommen. Durch organisatorische Veränderungen konnten Schüler erstmals auch zwei verschiedene Angebote am Projekttag nutzen.  40 Schüler machen von dieser Neuerung Gebrauch.