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Forschungsarbeiten an der Schnittstelle von biologischen und technischen Systemen

Das Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V., ein An-Institut der TU Ilmenau, lädt zum 19. Heiligenstädter Kolloquium - „Technische Systeme für die Lebenswissenschaften“ ein.

Impressionen vom Heiligenstädter Kolloquium. Montage: iba

Die Heiligenstädter Kolloquien „Technische Systeme für die Lebenswissenschaften“ haben Tradition. Seit 1982 werden sie vom Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) ausgerichtet und führen alle zwei Jahre mehr als 200 Wissenschaftler aus ganz Deutschland und einigen Ländern Europas ins Eichsfeld.Das in Heilbad Heiligenstadt ansässige Thüringer Landesforschungsinstitut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) e.V. ist vom 24. bis 26. September 2018 wieder Gastgeber des Kolloquiums „Technische Systeme für die Lebenswissenschaften“. In der Tradition der zweijährlich stattfindenden Tagung stehen auch in diesem Jahr aktuelle Forschungsarbeiten an der Schnittstelle von biologischen und technischen Systemen im Fokus.

Von der Natur zu lernen, ist das Ziel der Forscher

Für nahezu alle Bereiche, in denen biologische Gewebe mit technischen Oberflächen in Berührung kommen beziehungsweise mit diesen wechselwirken, seien dies Implantate, medizinische Disposables, Sensoren oder Produktionsanlagen gilt, dass teils intensivste Wechselwirkungen stattfinden. Diese zu analysieren, zu steuern und im besten Falle ausnutzen zu können, um von der Natur zu lernen, ist das Ziel der Forscher. Das Heiligenstädter Kolloquium ist dabei traditionsgemäß stark interdisziplinär ausgerichtet. Dies ermöglicht es, Kompetenzen aus den Ingenieurswissenschaften der Mikro-und Nanotechnologie mit denen der Biowissenschaften zu vereinen, um innovative Beiträge zur Lösung aktueller Trends zu erarbeiten. Dazu zählt vor allem das Ziel, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und Patienten angepasste Therapien zu entwickeln, um Fehl- und unspezifische Therapien vermeiden und Kosten senken zu können.

Technische Modellsysteme, von der Simulation nativer Gewebebedingungen bis zur Sensorik, besitzen dabei eine zentrale Bedeutung, um Entstehung, Verlauf und Therapie von Erkrankungen unter labormäßigen, standardisierten Bedingungen reproduzieren und Rückschlüsse auf Therapieansätze ziehen zu können. Das als „Disease Modelling“ zusammenzufassende Konzept stellt auch für das iba den zukunftsorientierenden Forschungsansatz dar. Das 19. Heiligenstädter Kolloquium wird dementsprechend einen Fokus auf Lab-on-Chip-Systeme besitzen, um Ergebnisse und Trends bei der 3D-Fertigung künstlicher Zellmatrices und Chipumgebungen, der Applikation trägerfreier Zellsysteme, sowie der Funktionalisierung und Miniaturisierung messtechnischer Systeme und Sensoren aufzuzeigen.

Wie einfach kann eine künstliche Zelle sein?

Zwei Plenarvorträge umreißen die Anforderungen, die dabei gelöst werden müssen. Professor Petra Schwille vom Max-Planck-Institut für Biochemie, Abteilung Zelluläre und Molekulare Biophysik in Martinsried wird über die Frage, wie einfach eine künstliche Zelle sein kann referieren. Dr. Thomas Reiß vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe spricht über die neuesten Trends bei globalen Herausforderungen und Schlüsseltechnologien und wie sich Europa dabei positioniert. Weiterhin wird durch Preisverleihungen für den besten Beitrag eines jungen Forschers, den Best Thesis Award und Best Paper Award die Hoffnung verknüpft, innovative Ideen gezielt fördern zu können.

Das Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. (iba) in Heilbad Heiligenstadt ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut des Freistaates Thüringen und selbstständiges An-Institut der Technischen Universität Ilmenau. Im Rahmen des Forschungsprofils „Biotechniques at Interfaces“ bearbeitet das Institut Forschungsthemen zu technischen Systemen für die Lebenswissenschaften, bei denen Wechselwirkungen zwischen der biologischen und technischen Komponente dieser Systeme eine besondere Rolle spielen.