EN
DE

Berufsinformationsmesse am Erfurter Kreuz knackte erstmals die 1000-Besucher-Marke

Die Berufsinformationsmesse am Erfurter Kreuz hat sich zum Klassiker der Berufsorientierung im Ilm-Kreis mit großer Angebotsvielfalt entwickelt.

Messerundgang mit Landrätin Petra Enders am Stand der Arnstädter foodvertising GmbH. Foto: wr

Wenn Auszubildende Schülern einen Einblick in ihren Beruf gaben, fand das besonderen Anklang, wie am Stand von Thales. Foto: wr

Franz-Josef Willems (r.) überreichte einen Scheck der Initiative Erfurter Kreuz für den Förderverein des Berufsschulzentrums an Schulleiter Frank Macholdt (l.), im Beisein von Landrätin Petra Enders und Bürgermeister Alexander Dill. Foto: wr

Bereits zur Eröffnung der Berufsinformationsmesse am Erfurter Kreuz im Staatlichen Berufsschulzentrums Arnstadt-Ilmenau am Standort Arnstadt herrschte beachtlicher Besucherandrang im Foyer der Schule. Nicht zu Unrecht gingen die Veranstalter davon aus, bei dieser elften Auflage der Messe erstmals die 1000-Besucher Marke zu knacken. Am Ende stellte sich heraus, der Rekord wurde geschafft. Mehr als 1000 Gäste zählte die Messeleitung. Damit hat sich die Berufsinformationsmesse, die stets gemeinsam mit dem Tag der offenen Tür des Staatlichen Berufsschulzentrums Arnstadt-Ilmenau in Arnstadt durchgeführt wird, als Klassiker der Berufsorientierung bewiesen. Franz-Josef Willems, Vorsitzender der Initiative Erfurter Kreuz e.V., scherzte dazu: „In meiner Heimat Aachen gilt alles was sich zwei Jahre lang bewährt hat als Tradition und alles darüber als Brauchtum.“

Zentrale Veranstaltung der Berufsorientierung im Ilm-Kreis

Eröffnet wurde die Messe von Schulleiter Frank Macholdt. Er unterstrich die Einzigartigkeit der Berufsinformationsmesse in Thüringen und hob die gute Zusammenarbeit zwischen der Initiative Erfurter Kreuz und dem Berufsschulzentrum hervor. Landrätin Petra Enders als Schirmherrin sagte dazu: „Die Messe ist die zentrale Veranstaltung der Berufsorientierung im Ilm-Kreis. Wenn wir der wirtschaftlich dynamischste Landkreis in Thüringen bleiben wollen, brauchen wir gut ausgebildete Menschen. Dafür setzen sich die Organisatoren seit elf Jahren ein.“ Sie dankte allen, die an der Vorbereitung und Durchführung mitgewirkt haben. Besonders dankte sie Jörg Neumann, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung der Stadt Arnstadt, der für eine professionelle Organisation gesorgt hat. Weitere Grußworte sprachen Arnstadts Bürgermeister Alexander Dill und Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. Schließlich überreichte Franz-Josef Willems einen Scheck über 1000 Euro von der Initiative Erfurter Kreuz an Schulleiter Frank Macholdt, der für den Förderverein des Berufsschulzentrums bestimmt ist. Im Anschluss gab es einen Messerundgang mit der Landrätin.

49 Unternehmen haben sich mit einem Stand auf der Berufsinformationsmesse präsentiert. Hinzu kamen begleitende Stände wie der der der Wirtschaftsförderung des Ilm-Kreises, der Agentur für Arbeit und der IHK Südthüringen, die viele Informationen rund um Beruf, Ausbildung und Bewerbung boten. Mit mehr als 70 Berufsbildern konnten sich die Besucher vertraut machen, die diese Angebote ausgiebig nutzten. Ganze Familien, die nicht nur aus dem Ilm-Kreis kamen, machten sich mit der Ausbildungsvielfalt der Region vertraut, stellten viele Fragen und deckten sich mit Informationsmaterial ein. Willems betonte, dass präzise Information zu einzelnen Berufen sehr wichtig sei, weil Berufsbezeichnungen und Inhalte oft nicht zusammenpassen: „Da werden häufig falsche Erwartungen geweckt, die am Ende zur Enttäuschung führen.“ Als Beispiel nannte er den Berufsnamen Technischer Produktdesigner, der von jungen Leuten meist als künstlerische Tätigkeit fehlinterpretiert werde. Dabei handle es sich um den früheren Technischen Zeichner.

Bewerber mit weniger guten Noten haben Chancen auf einen Ausbildungsplatz

Schulpraktiker wie der Leiter des Gymnasiums Goetheschule Ilmenau machten auf ein zunehmendes Problem aufmerksam, das durch den veränderten Ausbildungsmarkt Platz greift: „Früher haben manche Schüler ihre Leistungen vernachlässigt, weil sie davon ausgingen ohnehin keinen Ausbildungsplatz zu bekommen. Heute vernachlässigt mancher seine Leistungen, weil er meint, sich aus dem Überangebot an Lehrstellen beliebig bedienen zu können.“ Das sei aber ein Trugschluss, dem in der Öffentlichkeit stärker entgegengewirkt werden müsse: „Auch aus dem heutigen Ausbildungsmarkt nehmen Unternehmen nicht jeden Bewerber an. Es geht stets darum, den für einen Beruf geeigneten Auszubildenden zu finden.“ Franz-Josef Willems und auch Petra Enders unterstrichen dies. Zwar hätten heute Bewerber mit weniger guten Noten Chancen einen Ausbildungsplatz zu finden, doch seien Schulnoten nicht die einzigen Auswahlkriterien. Letztlich sei die Motivation viel entscheidender.

Bereits jetzt steht der Termin für die 12. Berufsinformationsmesse fest: der 27. Januar 2019. Der Vorsitzende der Initiative Erfurter Kreuz sagte dazu: „Wir hatten bereits für die diesjährige Messe mehr interessierte Unternehmen, die wir aber wegen der Kürze der Zeit nicht mehr berücksichtigen konnten. Sie sind jetzt für die nächste Berufsinformationsmesse vorgemerkt. Wir rechnen also mit einem weiteren Zuwachs an Ausstellern.“ Diese große Beliebtheit der Veranstaltung erfordert jedoch von den Organisatoren noch mehr Anstrengungen. Notwendig wird es sein, zusätzliche Standplätze anzubieten. Mit dem Staatlichen Berufsschulzentrum sei man dazu bereits im Gespräch.