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Zum Jahreswechsel: Umsetzen, was den Bürgern versprochen wurde

Die letzte Jahresendpressekonferenz ihrer Amtszeit nutzte Landrätin Petra Enders zu einem Blick auf die Ankündigungen in ihrer Antrittsrede, um Bilanz zu ziehen.

Landrätin Petra Enders engagierte sich intensiv für die Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung des Radverkehrskonzeptes des Ilm-Kreises. Foto: wr

„Wer Politik macht und mit konkreten Versprechen in ein Amt gewählt wurde, der sollte sich auch am Ende der Amtszeit noch im Spiegel anschauen können“, so Landrätin Petra Enders in ihrer gestrigen Jahresendpressekonferenz. Deshalb habe sie ihre Antrittsrede zur Hand genommen, um noch einmal nachzulesen, was sie den Bürgern alles angekündigt hat. Ganz bewusst sei dies neben einem Spiegel geschehen. Und siehe da, der Blick ins Spiegelbild sei ungetrübt geblieben: „Die wichtigsten Ankündigungen konnten umgesetzt werden.“ Sie machte dies an den Beispielen Abfallwirtschaft, Schulnetz, Unesco Biosphärenreservat, Bürgerbeteiligung, Erneuerbare Energien, Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit und kommunale Unternehmen fest.

In der Abfallwirtschaft sei es dem Ilm-Kreis gelungen, ein erfolgreiches kommunales Unternehmen zu entwickeln, den AIK (Abfallwirtschaftsbetrieb Ilm-Kreis). Dass auch Kommunen gut wirtschaften können, zeige die Investition in sechs neue Fahrzeuge. Vor allem aber sei es gelungen, die Gebühren stabil zu halten. Damit sei eine zentrale Ankündigung gegenüber den Bürgern eingehalten worden. Die Landrätin unterstrich auch, dass mit der mengenbezogenen Abrechnung der Entsorgung allen Nutzern mehr Flexibilität geboten wurde. Allerdings habe dies nicht zu der erhofften Verringerung der Abfallmengen geführt. Hier müsse gegebenenfalls noch einmal nachjustiert werden.

Die Schule als Standortvorteil

Die Entwicklung des Schulnetzes unter dem Motto „Die Schule im Dorf lassen“ habe sich als erfolgreich erwiesen, konstatierte Enders: „Eine Schule ist ein Standortvorteil. Sie soll als Kern in unseren Dörfern erhalten bleiben und für kurze Wege sorgen.“ Beispielhaft nannte sie die Grundschule in Marlishausen, in deren Generalsanierung der Ilm-Kreis 3,5 Millionen Euro investiert hat. Sie wird am 15. Januar 2018 wieder ihrer Bestimmung übergeben. Die dazu gehörige Sporthalle werde ab dem kommenden Jahr in Angriff genommen, damit für die Kinder optimale Bedingungen geschaffen werden. Auch zu den Schulstandorten Plaue und Stützerbach bekenne sich der Ilm-Kreis unter anderen.

Auch für das Unesco Biosphärenreservat Vessertal stellte die Landrätin eine vorteilhafte Entfaltung fest. Gab es vor einigen Jahren noch zahlreiche Vorbehalte unter Städten und Gemeinden gegenüber dem Biosphärenreservat, habe man inzwischen die Vorteile für den Tourismus erkannt. Die Streckenbestellung des RennsteigShuttles für den Regelverkehr an Wochenenden stellte sie in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Biosphärenreservat als Anziehungspunkt für Gäste. Die Tatsache, dass derweil die Dampflok wieder fährt, bezeichnete sie als zusätzlichen Gewinn für die gesamte Region. Für das Rennsteigticket, die Fahrkarte für Busse und Bahnen in der gesamten Rennsteigregion wünschte sie sich, dass Suhl mit dazu stoßen könnte und es sich schrittweise zu einem Thüringenticket ausweiten ließe.

Insbesondere beim Radverkehrskonzept des Ilm-Kreises habe sich die Bürgerbeteiligung als sehr lohnenswert erwiesen, sagte Enders. Es habe enorm viele Stellungnahmen von Bürgern gegeben, die ihre Ideen und Anregungen eingebracht haben. Als besonders wichtig zeige sich, dass Radverkehr nicht mehr nur im Tourismus eine starke Bereicherung ist, sondern auch für den Alltag als wertvoller Teil der persönlichen Mobilität erkannt wurde. Die Anbindung an das Radwegenetz des Ilm-Kreises wurde so mit Unterstützung der Initiative Erfurter Kreuz zu einem großen Erfolg. Mit der Waldrandroute, einer abschnittsweise entstehenden Radverbindung aus Richtung Königsee, quer durch den Ilm-Kreis nach Geraberg werde es künftig eine sehr attraktive und landschaftlich schöne Tour geben.

Konzepte und Projekte aufgestellt

Auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien hatte die Landrätin angestrebt, den Ilm-Kreis zu einer Modellregion zu entwickeln. Aufgestellt wurden hierfür bislang die Konzeptionen für ein energieeffizientes Industriegebiet Erfurter Kreuz, ein Projekt FleetFloating, gewissermaßen als Leihstation für Elektroautos und Pedelecs und die Errichtung von Ladesäulen für E-Fahrzeuge. Im Landratsamt selbst soll schließlich Elektromobilität Einzug halten, indem entsprechende Fahrzeuge angeschafft werden.

Während die Arbeitslosigkeit im Ilm-Kreis insgesamt abgenommen hat, ist die Langzeitarbeitslosigkeit weiter ein Problem, auch für Petra Enders. Mit dem Projekt „Mehr Wert sein“, so sagte die Landrätin, sei es dem Ilm-Kreis in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit gelungen, Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose zu schaffen. Dabei gehe es einerseits darum, Betroffenen ein Einkommen zu ermöglichen, andererseits das Selbstwertgefühl dieser Menschen wieder zu stärken.

Unter den kommunalen Unternehmen des Ilm-Kreises hob die Landrätin besonders die Ilm-Kreis-Kliniken und die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau hervor. Die Ilm-Kreis-Kliniken bezeichnete sie als Leuchtturm der medizinischen Versorgung in der Region: „Wir sind stolz, eine solche Einrichtung zu haben.“ Mit der Sparkasse verfüge der Ilm-Kreis über ein sehr gutes Kreditinstitut. Sie sei ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für den Kreis. Nicht zuletzt fördere die Sparkasse Sport und Kultur und trage damit zu einem positiven gesellschaftlichen Klima bei. Abschließend sagte Enders: „Mir ist es wichtig, das umzusetzen, was ich den Bürgern versprochen habe. Aber natürlich will ich immer noch mehr erreichen.“