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Unternehmerischer Erfolg mit Weltneuheit und modernster Technik in einem energieeffizienten Holzgebäude

Bei ihrem jüngsten Firmenbesuch gewann Landrätin Petra Enders in der Hohe Tanne GmbH Einblicke in eine bemerkenswerte Großbreitenbacher Unternehmensentwicklung.

Unternehmensbesuch in der Hohe Tanne GmbH: (v.l.) Großbreitenbachs Ortsteilbürgermeister Nico Röser, Firmengründer Jens Voigt, Prokurist Daniel Fuchs, Landrätin Petra Enders und Peter Grimm, Bürgermeister der Landgemeinde Großbreitenbach. Foto: wr

Die Hohe Tanne GmbH, im gleichnamigen Großbreitenbacher Gewerbegebiet gelegen, begeisterte Landrätin Petra Enders in mehrfacher Hinsicht. Da war zu Beginn das vollständig in Holzbauweise errichtete Firmengebäude, welches sie erstmals nach ihrer Teilnahme am Richtfest vor einigen Jahren, jetzt in fertigem Zustand besichtigen konnte. Dann berichtete Gründer und Geschäftsführer Jens Voigt von der Entwicklung der traditionsreichen Großbreitenbacher Unternehmerfamilie Voigt, die aus Schwarzmühle stammt, wo sich sein Urgroßvater bereits als Firmengründer betätigt hatte. Hinzu kamen die Produkte des Unternehmens, darunter hoch innovative Eigenentwicklungen, die Jens Voigt und Prokurist Daniel Fuchs vorstellten. Nicht unerwähnt blieb ebenfalls, dass die Hohe Tanne GmbH 2021 wegen des nahezu ausschließlich mit Erdwärme beheizten Holzgebäudes mit dem Thüringer Energieeffizenzpreis ausgezeichnet wurde. Die Landrätin fasste dies in den kurzen und prägnanten Satz: „Ich bin begeistert!“

Von der Industriebrache zum attraktiven Gewerbegebiet

Petra Enders erinnerte auch an die ehemalige Industriebrache, die sich vor der Erschließung des Gewerbegebiets „Hohe Tanne“ auf dem Gelände eines ehemaligen Glaswerks befand. Umso mehr freute sie sich, dass diese Fläche seither ein völlig neues und sehr attraktives Gepräge erhalten hat. Darauf gingen auch Peter Grimm, Bürgermeister der Landgemeinde Großbreitenbach, und Großbreitenbachs Ortsteilbürgermeister Nico Röser ein, die die Landrätin bei dem Besuch begleiteten. Die Entscheidung zur Erschließung der Brache habe den Neubau der Hohe Tanne GmbH überhaupt erst möglich gemacht. Jens Voigt wiederum sah sein Unternehmen in der privilegierten Lage, überhaupt in einem Waldgebiet eine solche Fabrik errichten zu dürfen: „Das gibt es vielleicht noch in Österreich, in Deutschland ist das ausgesprochen selten.“ Das Gebäude so zu bauen, wie es sich jetzt zeigt, sei eine Entscheidung, die über Nacht getroffen wurde. Heute, so Voigt, sei ein solcher Bau wahrscheinlich gar nicht mehr finanzierbar.

2016 wurde die Hohe Tanne GmbH aus der Voigt Systemtechnik GmbH Großbreitenbach von Jens Voigt ausgegründet, in der er bis heute gemeinsam mit seinem Bruder Eckhard Voigt geschäftsführender Gesellschafter Ist. Voigt Systemtechnik hatte 1990 Harry Voigt mit seinen Söhnen Eckhard und Jens gegründet. Für sein unternehmerisches Lebenswerk wurde er 2014 als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. Die Hohe Tanne GmbH hat sich inzwischen in der Zerspanungstechnik und als Teilefertiger einerseits sowie in der Produktentwicklung und Herstellung hygienerelevanter Handlingapparaturen und Reinigungsgeräte für Behälterinnenräume profiliert. Momentan dominiert die Lohnfertigung von Teilen und Baugruppen den Umsatz noch zu 70 Prozent.

Eigene Produktentwicklungen mit enormen Potenzial

Künftig soll die Produktion der eigenen und mit Patenten gesicherten Entwicklungen deutlich zulegen. Dazu zählt unter anderem ein Greifersystem, welches hoch sensitiv in der Lage ist, beispielsweise selbst empfindlichste Produkte in der Lebensmittel- und Süßwarenindustrie zu erfassen und automatisch neu zu platzieren. Dabei müssen strenge Hygienemaßgaben eingehalten werden. Gleiches gilt für ein selbst entwickeltes Reinigungssystem, mit dem Behälter und Tanks in der Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie rückstandsfrei und in sehr hohen Maß energieeffizient gereinigt werden können. Die als „Adaptive Jet Cleaner“ benannte Apparatur, eine Weltneuheit, wie Jens Voigt hervorhob, ist für jeden Tank oder Behälter individuell programmierbar, bietet gegenüber herkömmlichen Reinigungsverfahren eine Zeit- und Energieersparnis von etwa 60 Prozent sowie höchste Reinigungssicherheit. Voigt betonte: „Wenn für Behälteranlagen 15 Prozent der Gesamtnutzungszeit auf die Reinigung entfallen, dann besteht hier ein enormes Potenzial.“

Prokurist Daniel Fuchs, zuständig für Finanzen und Betriebswirtschaft, ging auf die finanziellen Aspekte des Aufbaus der Hohe Tanne GmbH ein. Hier wurden etwa 8,5 Millionen Euro aus Eigenmittel und Krediten der Sparkasse investiert. Er betonte, dass die Investition in eine beginnende Rezession hinein erfolgte, mit anschließender Corona-Pandemie und nun dem Krieg Russlands in der Ukraine. Dennoch habe sich das Unternehmen gut entwickelt, sodass laufend weiter in modernste Maschinen investiert werden kann. 20 Mitarbeiter sind dort in einem von Hochtechnologien geprägten Produktionsumfeld tätig. Die reine Betriebsfläche umfasst 3.200 Quadratmeter, hinzukommen 7.000 Quadratmeter Parkfläche. Als Reserve hat sich die Hohe Tanne GmbH in dem Gewerbegebiet eine weitere Fläche von 40.000 Quadratmetern für eventuelle Erweiterungen gesichert.

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