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Fehler machen, um sie zu vermeiden: 10 Jahre Antihavarietraining für die Energiewirtschaft

Seit zehn Jahren proben an der Technischen Universität Ilmenau Operatoren von Netzleitwarten im Verteilnetzbereich das Verhalten in Ausnahmesituationen.

Das Antihavarietraining an der TU Ilmenau haben in den zurückliegenden zehn Jahren etwa 600 Mitarbeiter aus der Energiewirtschaft in Anspruch genommen. Foto: wr

Die Kooperationspartner TU Ilmenau Siemens AG und TU Ilmenau Service GmbH führen in den Antihavarietrainings ihr Wissen in Technologie, Wissenschaft und Forschung sowie Didaktik zusammen. Deutschlandweit gibt es im Verteilnetzbereich keine anderen derartigen Trainingsangebote. Besonders energieintensive Wirtschaftsbereiche nutzen für ihre Stromversorgung eigene Verteilnetze: große Chemie- und Stahlunternehmen, Aluminiumhütten oder auch Flughäfen und die Deutsche Bahn. Sie beziehen den Strom aus dem deutschen Transportnetz und steuern über Netzleitwarten den Stromdurchfluss im Regelbetrieb. Normalerweise geht es hier routiniert und ruhig zu.

Wenn aber im Stromnetz Störungen oder Havarien auftreten, muss das Personal sekundenschnell und sicher die richtigen Entscheidungen treffen. Zudem haben sich in den vergangenen Jahren die fachlichen Anforderungen an die Operatoren deutlich erhöht: Sie müssen mehr Informationen in kürzerer Zeit verarbeiten und in Elektrotechnik oder IT ebenso fit sein wie beispielsweise in der Kommunikation. Während der Simulation von Störfällen im Ilmenauer Trainingsleitstand lernen die Kursteilnehmer aus ihren eigenen Fehlern – damit die Fehler im realen Betrieb nicht passieren. Seit 2007 erweiterten insgesamt etwa 600 Operatoren, Schaltpersonal und Führungskräfte von rund 50 Unternehmen der Energiewirtschaft, aus dem Mobilitätsbereich und der Industrie an der TU Ilmenau ihr Know-how. 

Seit dem ersten Training vor zehn Jahren bauten die TU Ilmenau und Siemens bei den Antihavarietrainings das Angebot kontinuierlich aus. Nicht nur der Weiterentwicklung bei Hard- und Software wurde Rechnung getragen, es gibt mittlerweile auch ein umfassendes Trainingsportfolio mit branchenspezifisch angepassten, aufeinander aufbauenden Modulen. Ausgewählte Trainings sind vom TÜV Rheinland zertifiziert.