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Aus Ilmvac wurde Welch mit einer weltweiten Ausdehnung der Marktzugänge

Gardner Denver ist ein international agierendes Unternehmen aus den USA, das 2010 die Ilmvac GmbH erwarb. Ilmenaus Oberbürgermeister stattete der Firma einen Besuch ab.

Werkleiter Robert Götz (l.) stellte Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber (r.) beim Betriebsrundgang die unterschiedlichen Fertigungsbereiche vor. Foto: wr

Bei seinen traditionellen Betriebsbesuchen machte Ilmenaus Oberbürgermeister Gerd-Michael Seeber gestern in der ehemaligen Ilmvac, heute Gardner Denver Medical, Station. Unter der Marke „Welch“ führte das Unternehmen die renommierte Vakuumtechnologie von Ilmvac mit der von Welch zusammen. Damit wurden zwei bedeutende Hersteller von Vakuumpumpen und wissenschaftlichen Vakuumlösungen unter einem Dach vereint. Oberbürgermeister Seeber traf in dem Unternehmen mit Werkleiter Robert Götz und René Fleischmann zusammen, der für den Vertrieb der Welch-Produkte zuständig ist. Außerdem waren weitere Mitarbeiter aus der Leitungsebene der Ilmenauer Produktionsstätte zugegen.

Beim Kauf des Unternehmens alle Mitarbeiter übernommen

Seeber machte deutlich, dass er zur Ilmvac GmbH stets gute Kontakte gepflegt hatte. Deshalb interessierte er sich besonders dafür, welche Veränderungen die Übernahme durch Gardener Denver mit sich brachte und was gleich geblieben ist. Auch betonte er, dass es ihm am Herzen, diese Beziehungen weiterzuführen. Als eine der wesentlichsten Veränderungen nannte Fleischmann die deutliche Ausweitung der Marktzugänge durch die Zugehörigkeit zu einem international tätigen Konzern. Beim Kauf des Unternehmens wurden alle 90 Mitarbeiter von Ilmvac übernommen. Allerdings trennte man sich von der Lohnfertigung, sodass die Belegschaft auf 50 Beschäftigte verringert wurde. Dieser Bereich ging mit nahezu allen Mitarbeitern an eine Langewiesener Firma, die dieses Geschäft weiterführt. Im Mai 2017 ist Gardener Denver an die Börse gegangen. Dabei erhielten alle Festangestellten ein Aktienpaket von 40 Prozent ihres Nettolohns.

Von Ilmvac weitergeführt wurden vor allem die Innovationen der Vakuumtechnologie, betonten Fleischmann und Götz. Diese lägen auf einem sehr hohen Niveau, ebenso wie die Qualitätsstandards. Der Oberbürgermeister bemerkte beim Rundgang in allen Fertigungsbereichen eine enorme Sauberkeit, die seinen Erfahrungen entsprechend, ebenfalls von Ilmvac stamme. Robert Götz sagte, dass dies den Beschäftigten zu danken sei, die von sich aus für Ordnung sorgen. Inzwischen ist die Belegschaft wieder auf 61 Mitarbeiter angestiegen. Übernommen wurde 2017 auch die ILS Innovative Laborsysteme GmbH in Stützerbach, wo weitere 33 Beschäftigte tätig sind. Rund 75 Prozent der Vakuumprodukte aus Ilmenau werden von anderen Herstellern in medizinische Geräte eingebaut. Zu mehr als 50 Prozent wird für den Export gearbeitet.

Größtes Problem: Fachkräftemangel

Als eines seiner größten Probleme bezeichnete der Werkleiter den Mangel an Fachkräften. Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker werden vor allem gesucht. Aber auch im kaufmännischen Bereich besteht Bedarf. Wenn die entsprechenden Leute auf dem Arbeitsmarkt zu finden wären, so Götz, würde er sogleich an die sechs Mitarbeiter einstellen können. Zwar bildet das Unternehmen für den eigenen Nachwuchs in genau diesen Berufen aus, doch finde er auch hier nur schwer geeignete Bewerber. Um neue Mitarbeiter zu gewinnen geht Gardener Denver viele Wege. So wird beispielsweise versucht, bei Insolvenzen von anderen Firmen freigesetzte Beschäftigte zu gewinnen. Auch Tage der offenen Tür werden veranstaltet. So findet der nächste Tag der offenen Tür am 21. Oktober, 10 bis 15 Uhr, bei ILS in Stützerbach statt. Dort werden CNC-Dreher, Kommissionierer, ein Materialdisponent und ein Qualitätsmanager gesucht.

Der Konzern Gardener Denver beschäftigt weltweit etwa 6000 Mitarbeiter und ist in die drei Bereiche Industrial, Energy und Medical gegliedert. Welch und damit Ilmvac sowie ILS gehören zu Gardener Denver Medical, wo 850 Menschen arbeiten. In Fürstenfeldbruck befindet sich der Firmensitz mit Geschäftsleitung, Marketing- und Entwicklungsabteilung. Die ünf Produktionscenter werden in Ilmenau, Stützerbach, Memmingen, Monroe in den USA und eines in China betrieben. Gardener Denver Medical vertreibt seine Produkte unter den Marken Thomas, Welch, Tricontinent, Zinser Analytic und ILS.