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Ilm-Kreis setzt mit Lichtaktion in Arnstadt Zeichen für die Veranstaltungswirtschaft

Mit einer Lichtaktion machte der Landkreis zum Tag der Deutschen Einheit aufmerksam auf die Krise in der Veranstaltungswirtschaft und vieler Kulturschaffender.

Lichtaktion am Landratsamt in Arnstadt mit (v.l.) Joerg Baumann, IG Jazz in Arnstadt, Initiatorin Anja Jahnel Enrico Roethling von der Initiative „#AlarmstufeRot“ und Landrätin Petra Enders. Foto: Doreen Huth/LRA Ilm-Kreis

Das ehemalige Neideck-Gymnasium erstrahlt in rotem Licht. Foto: Doreen Huth/LRA Ilm-Kreis

Ab 19 Uhr erstrahlten heute Abend in Arnstadt das Landratsamt, das ehemalige Neideck-Gymnasium und die einstige FH Kunst in rotem Licht. Landrätin Petra Enders sagte dazu: „Kultur ist ein wichtiger Teil unseres Lebens, der durch die Veranstaltungswirtschaft sichtbar wird. Beide Bereiche stecken wegen der Pandemie in der Krise. Wir wollen ein Zeichen setzen und Zuversicht geben.“ 

„Kultur bringt Menschen zusammen und bietet den Raum für den Austausch. Wir identifizieren uns über sie und brauchen sie mehr denn je. Doch ohne Veranstaltungen, die in der Pandemie gar nicht oder nur eingeschränkt stattfinden können, geht dieser Raum verloren. Darunter leiden die Kulturschaffenden wie auch die Veranstaltungswirtschaft selbst, die Kultur sichtbar macht“, sagt Petra Enders. In Anlehnung an die Night of Lights erstrahlen deshalb auch am Tag der Deutschen Einheit drei markante Gebäude der Kreisstadt in rotem Licht. „Wir lassen das Landratsamt, das ehemalige Neideck-Gymnasium und die einstige FH Kunst rot erstrahlen. Sie sind markante Gebäude und Stätten der Kultur und Begegnung in Arnstadt. Mit den Feierlichkeiten rund um den Tag der Deutschen Einheit setzen wir als Landkreis auch ein Zeichen für die Kulturschaffenden und die Veranstaltungswirtschaft“, so Petra Enders.

Ganze Branche steht vor dem Aus

 Wo Menschen zum Feiern und Austausch zusammenkommen, stellt die Veranstaltungswirtschaft mit Technik und Versorgung die Bedingungen dafür her. Doch mit der Pandemie sind die Möglichkeiten des Austauschs so gut wie weggebrochen. Die Branche steht vor dem Aus. Ebenso leiden die Kulturschaffenden unter wegbrechenden Auftrittsmöglichkeiten. Bundesweit sowie auch in Thüringen macht sich die Branche unter dem Hashtag „#AlarmstufeRot“ mit verschiedenen Aktionen stark für die Veranstaltungswirtschaft.

Die Thüringer Initiatorin Anja Jahnel aus Ilmenau ist selbst Kulturschaffende. Sie sagt: „Es ist schon längst 5 nach 12 für die Veranstaltungswirtschaft. Hier geht eine ganze Industrie mit der Pandemie unter und mit ihr auch die Kunst und Kultur in Deutschland. Wir alle aber können helfen, indem wir Kultur und Begegnung wieder Raum geben und Kunst und Kultur wieder sichtbar machen.“ Indes gibt die Kulturszene auch Zuversicht. Jörg Baumann von der IG Jazz in Arnstadt unterstützt die Lichtaktion: „Kultur kann stattfinden, in kleinem Rahmen, mit vielen Infektionsschutz-Vorkehrungen. Aber sie findet statt. Denn Kunst und Kultur sind im wahrsten Sinne des Wortes Lebensmittel. Deshalb kann ich nur ermutigen, Kultur wahrzunehmen, trotz und gerade wegen der Pandemie.“