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Unternehmen sehen die einheimische Nachfrage als größtes Risiko

Die Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen (IHK) zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung im Amt Wachsenburg, eine Abschwächung in Ilmenau und eine Wachstumspause in Arnstadt.

In der Industrie arbeiten 38 Prozent der Unternehmen nahezu an der Kapazitätsgrenze. Foto: wr

Die Wirtschaft im Ilm-Kreis liefert derzeit kein einheitliches Bild, meldet die Industrie- und Handelskammer Südthüringen in ihrem aktuellen Konjunkturbericht für den Herbst 2016. Die Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen zeigt eine leichte Aufwärtsbewegung im Amt Wachsenburg, eine Abschwächung in Ilmenau und eine Wachstumspause in Arnstadt. Beim Blick durch die Branchen liefern das Baugewerbe, der Einzelhandel und das Gastgewerbe eindeutige Aufwärtssignale.

Der Konjunkturklimaindikator, mit dem die IHK Südthüringen die Lageeinschätzungen und die Zukunftserwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst, sinkt um neun Punkte und erreicht 101,7 von 200 möglichen Punkten. Ihre Geschäftslage bewerten derzeit 34 Prozent der Unternehmen als gut und 46 Prozent als saisonüblich beziehungsweise befriedigend. Für die kommenden Monate erwarten elf Prozent der Unternehmen bessere Geschäfte, weitere 69 Prozent keine Veränderung.

Zunehmende Beschäftigung, wachsende Einkommen und die kräftige Rentenerhöhung aus dem Sommer bewirken in 25 Prozent Unternehmen des Einzelhandels und des Gastgewerbes Umsatzsteigerungen, weitere 69 Prozent melden keine Veränderung im Vergleich zum letzten Jahr. Viele Baufirmen werden bis ins nächste Jahr beschäftigt sein, um die bislang eingegangenen Aufträge abzuarbeiten. In der Industrie arbeiten zwar 38 Prozent der Unternehmen nahezu an der Kapazitätsgrenze. Zugleich erreichen jedoch 50 Prozent der Industriebetriebe nur Auslastungsgrade unter 80 Prozent.

Für die kommenden Monate erwarten viele Unternehmen eine Verstetigung der aktuellen Geschäftslage. Dies wirkt sich auch auf die Investitionsplanungen aus. 66 Prozent der Unternehmen planen Investitionen. Hauptmotiv für die Investitionen sind Modernisierungs- und Ersatzinvestitionen. Mit einem Anteil von 20 Prozent nimmt sich allerdings ein recht hoher Anteil der Unternehmen Ausgaben für die Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen vor.

Die Personalpläne für die nächsten Monate zeigen Kontinuität. 75 Prozent der Unternehmen erwarten keine Veränderung des Personalbestands. Jeweils 12,5 Prozent planen Neueinstellungen beziehungsweise die Verringerung der Zahl der Beschäftigten.

Im Ausblick auf die Wirtschaftsentwicklung der kommenden Monate betrachten 55 Prozent der Unternehmen die einheimische Nachfrage als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. An zweiter Stelle werden von 50 Prozent der Unternehmen mögliche Fachkräfteengpässe genannt. Auch die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen bereitet Sorge (Anteil von 42 Prozent).

Zur IHK Südthüringen mit 28.700 Mitgliedsunternehmen gehören auch etwa 7700 Unternehmen aus dem Ilm-Kreis. Den branchenmäßig größten Anteil stellen die 3200 Dienstleister mit 14.000 Beschäftigten, gefolgt von 2000 Handelsunternehmen mit 4350 Beschäftigten. Zur Industrie gehören im Ilm-Kreis 700 Unternehmen mit 13.100 Beschäftigten.