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Verdienstvolle Unternehmer mit Erfolg und mit Vorbildwirkung

estern wurde der BVMW Mittelstandpreis „Unternehmer des Jahres“ für vorbildliche Unternehmer im Ilm-Kreis verliehen.

Preisverleihung „Unternehmen des Jahres“: (v.l.) Preisträger Manfred Koch, Matthias Roth und Udo Henkel, Marco Jacob, Vorstand Sparkasse Arnstadt-Ilmenau, Laudator Dr. Benno Kaufhold, Norbert Wagner, BVMW und Laudator Dr. Lutz-Rainer Senglaub. Foto: wr

Zu Unternehmern des Jahres 2015 wurden gestern Abend Dr. Udo Henkel und Matthias Roth, beide Gründer und Geschäftsführer der HENKEL+ ROTH GmbH sowie für sein Lebenswerk Manfred Koch, Bildungswerk Großbreitenbach gemeinnützige GmbH, gekürt. Die festliche Veranstaltung in der Hauptstelle der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau in Ilmenau war gut besucht. Vor allem Mitarbeiter und Familienangehörige der Geehrten waren als Gäste gekommen. Der Ilm-Kreis war durch den stellvertretenden Landrat Rainer Zobel vertreten. Zwei Landräte a.D. hielten die Laudationen: Dr. Benno Kaufhold für HENKEL + ROTH, Dr. Lutz-Rainer Senglaub für Manfred Koch.

Marco Jacob, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Arnstadt Ilmenau, und Norbert Wagner, Kreisgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft Ilm-Kreis (BVMW) begrüßten gemeinsam die Gäste. Wagner, seit 18 Jahren an der Spitze des hiesigen BVMW, erinnerte daran, dass der Preis „Unternehmer des Jahres“ in diesem Jahr zum 16. Mal vergeben wird. Zum dritten Mal findet die Preisverleihung in Kooperation mit der Sparkasse und in deren Räumen statt. Er dankte Petra Beyer von der Wirtschaftsförderung des Ilm-Kreises für die Unterstützung bei der Auswahl der Preisträger. Im Ilm-Kreis, so sagte er, gäbe es besonders viele verdienstvolle Unternehmer, umso schwerer sei am Ende die Wahl.

Mit den Preisträgern Dr. Udo Henkel,  Matthias Roth und Manfred Koch hat die Jury in diesem Jahr wieder besonders herausragende Unternehmer gefunden, wie die nachfolgenden Laudationen zeigten. Benno Kaufhold würdigte Udo Henkel und Matthias Roth als Unternehmer der ersten Stunde nach dem Mauerfall am 9. November 1989. Bereits am Tag danach,  am 10. November, gingen die beidem Mitarbeiter der damaligen Technischen Hochschule Ilmenau daran, ihren Traum vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen. Am 12. März 1990 gründeten sie die Technoflex GmbH und starteten im neuen Technologie- und Gründerzentrum in einer alten Hochschulbaracke.

Mit großer Kreativität, dem Willen zum Erfolg und mit der Hilfe ihrer Familien überwanden sie die Anfangsschwierigkeiten und setzten sich auf dem eigentlich aufgeteilten Markt im Bereich der Industrieautomation und Sondermaschinenfertigung durch. 1991 fimierten sie in HENKEL+ ROTH GmbH um und. Bereits im Herbst 1996 konnte das Unternehmen in den neuen Firmensitz im Ilmenauer Gewerbegebiet „Am Wald“ umziehen.

Heute sind in dem Unternehmen 50 Mitarbeiter tätig. Sie entwickeln und bauen kundenspezifische Automatisierungslösungen in der Robotik und Transfertechnik. Die Geschäftsbezihungen reichen unterdessen weit über Europa hinaus, bis nach China, Indien, Thailand Mexico und Brasilien. Benno Kaufhold: „Die beiden Unternehmer haben 25 Jahre Erfolgsgeschichte geschrieben. Sie haben die Auszeichnung mehr als verdient.“

Auch Dr. Lutz-Rainer Senglaub würdigte Manfred Koch als herausragende Unternehmerpersönlichkeit mit großer Energie und Ideenreichtum. Aus diesem Grund, so sagte er, und weil er Koch mit seinen 60 Jahren durchaus als seinen jungen Freund bezeichnen möchte, hielt er die Laudatio, obwohl er an diesem Tag Geburtstag hat und durch aus nicht an langer weile gelitten hätte. Auch Senglaub erinnerte an die Jahre des Umbruchs 1990/1991. Damals sei der Begriff „Konkurslehrling“ aufgetaucht, der speziell auf jene Auszubildenden zutraf, die in den damaligen Betriebsberufsschulen eine Ausbildung begonnen hatten, diese aber wegen der Insolvenzen der Einrichtungen nicht weiterführen konnten. So habe Manfred Koch als Leiter der Betriebsberufsschule der Relaistechnik Großbreitenbach die Initiative ergriffen und einen Bildungsträger gegründet.

Mit Mitarbeiter und Bürgern aus Großbreitenbach gründete er das Bildungswerk Großbreitenbach als gemeinnützigen Verein. Lutz-Rainer Senglaub betonte, dass dies zu einer Zeit geschah, als die Bildungsträger noch nicht wie die Pilze aus dem Boden schossen und noch nicht die großen Gelder von der Arbeitsagentur flossen. Als besondere Leistung Kochs würdigte er dessen Anstrengungen über Großbreitenbach hinauszuwachsen und ein Netzwerk zu knüpfen, das inzwischen über weite Teile Thüringens bis nach Göttingen und ins Ausland reicht.

Koch entwickelte die Unternehmensgruppe Wirtschaft-Arbeit-Bildung mit zahn Unternehmen und Bildungseinrichtungen und gründete dazu die Manfred-Koch-Stiftung Humankapital. Mehr als 200 Mitarbeiter sind in der Unternehmensgruppe beschäftigt. Sie umfasst unter anderem Kindertagesstätten eine Großküche und zahlreiche Einrichtungen sowie Projekte zur Berufsorientierung, Berufsausbildung, Qualifizierung und beruflichen Weiterbildung. Heute ist Manfred Koch im Ruhestand, arbeitet aber bereits an neuen Projekten.