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Der Ilm-Kreis wird sich als gründerfreundliche Region aufstellen

In der „auftakt-Basis“ im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau wurde gestern die vom Ilm-Kreis beauftragte Gründerstudie vorgestellt.

Landrätin Petra Enders (l.) und Dr. Dörte Gerhardt, Leiterin des Referats Forschungsservice und Technologietransfer der TU Ilmenau, präsentierten die neue Gründerstudie des Ilm-Kreises. Foto: wr

Landrätin Petra Enders als Auftraggeberin, Detlef Schmidt als Partner von der IHK Südthüringen und Dr. Dörte Gerhardt, Leiterin des Referats Forschungsservice und Technologietransfer der TU Ilmenau, die als Projektleiterin gemeinsam mit dem Staatswissenschaftler Jan Radicke die Studie zur Intensivierung und Verstetigung innovativer Unternehmensgründungen im Ilm-Kreis erarbeitet hat, präsentierten diese in der „auftakt-Basis“, dem Sitz des Vereins auftakt.Das Gründerforum Ilmenau e.V. im Technologie- und Gründerzentrum Ilmenau. Gäste waren insbesondere Akteure, die im Rahmen der Erarbeitung der Studie als Netzwerkpartner gewonnen werden konnten.

Detlef Schmidt unterstrich in seiner Begrüßung die Bedeutung der Netzwerkbildung zur Unterstützung von Gründungsprozessen. Er freute sich, dass die Studie bei Vertretern der Thüringer Aufbaubank sowie Sparkasse und weiteren Banken, den Wirtschaftsjunioren, der Handwerkskammer und Unternehmensberatern Interesse gefunden hat.

Landrätin Petra Enders stellte fest, dass bundesweit Gründungen rückläufig sind, ein Trend der sich auch im Ilm-Kreis bemerkbar macht. Sie führte das vor allem darauf zurück, dass es in der Industrie heute viele gut bezahlte Arbeitsplätze gibt. Für Hochschulabsolventen sei das sehr lukrativ, zumal sie damit kein Risiko eingehen. „Aber es gibt auch Leute, die mehr wollen“, sagte die Landrätin. Es sei, so Petra Enders, für die wirtschaftliche Zukunft des Ilm-Kreises von Bedeutung, diese potenziellen Gründer in der Region zu halten und weitere Studenten oder Absolventen für Existenzgründungen zu gewinnen. Aus diesem Grund wurde die Studie vom Ilm-Kreis aus dem Regionalbudget finanziert.

Enders:  „Gerade weil  wir die TU Ilmenau im Ilm-Kreis haben, ist es doch sinnvoll die Absolventen für unsere Region zu gewinnen.“ Zweck der Studie sei es, Probleme und Hemmnisse auf dem Weg der Gründung ausfindig zu machen, Ursachen für geringes Gründungsinteresse aufzudecken, die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Gründungen zu erkunden und nach Wegen einer besseren Gründerförderung zu suchen. Sie kündigte an, die im Rahmen der Studie gewonnenen Gründungsgeschichten von gestandenen Gründern öffentlich zu machen. Die Landrätin dankte Dr. Dörte Gerhardt und Jan Radicke für ihre intensive Arbeit an der Studie.

Die Gründerstudie enthält nicht nur zahlreiche Erkenntnisse, unter anderem zu Motiven von Gründern und potenziellen Gründern, zum Gründungsprozess und zu Möglichkeiten der Förderung. Erarbeitet wurde auch ein umfangreicher Maßnahmenkatalog zur Unterstützung von Existenzgründungen, der mehr als 30 konkrete Maßnahmen enthält. Diese reichen von der Sensibilisierung für Gründungen über Gründerwettbewerbe, regionale Ideenwettbewerbe für Gründer bis zu Angeboten für Mentoring sowie Coaching im kaufmännischen Bereich und zur Finanzierung. Auch Dörte Gerhardt unterstrich in diesem Zusammenhang die enorme Bedeutung der Netzwerkbildung für den Erfolg künftiger Gründerförderung. Momentan, so sagte sie, gäbe es leider niemanden, der in der Region die Fäden dafür zusammenhält.

Am Ende wies Detlef Schmidt auf die Angebote des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx) hin, in dem er für die IHK Südthüringen als Projektmitarbeiter tätig ist. Auch dort werden Beratungen geboten, Wettbewerbe organisiert und die Möglichkeiten von Kammern und Banken gebündelt. Er rief dazu auf, die Kompetenzen des Thüringer Zentrums für Existenzgründungen auch für die regionale Gründerförderung im Ilm-Kreis zu nutzen.