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Trotz Online-Banking ist der persönliche Kontakt gefragt

Die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau betreibt in der Erfurter Straße in Arnstadt ihre größte Filiale im Ilm-Kreis.

Besuch in der Sparkasse in Arnstadt: (v.l.) Bürgermeister Alexander Dill, Landrätin Petra Enders, Bereichsleiterin Silke Hausenblas, Vorstandsvorsitzender Marco Jacob, Jörg Neumann und Geschäftsstellenleiter Tommy Güntzel. Foto: wr

Ein großes rotes Sparkassensparschwein konnte Arnstadts Bürgermeister Alexander Dill von seinem gestrigen Betriebsbesuch als Gastgeschenk mit ins Rathaus nehmen. Die Arnstädter Filiale in der Erfurter Straße war das Ziel seines Besuches. Angeschlossen hatte sich Landrätin Petra Enders als Vorsitzende des Verwaltungsrates des regionalen Geldhauses. Mit dabei waren auch der Geschäftsführer der Stadtmarketing Anstadt GmbH, Jörg Neumann, sowie Thomas Bauer, Geschäftsführer der Stadtwerke Arnstadt GmbH. 

Begrüßt wurden die Gäste vom Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau, Marco Jacob, von Filialleiter Tommy Güntzel und von Silke Hausenblas, Leiterin des Marktbereiches der Sparkasse. Zumindest im eigenen Einzugsgebiet, dem Ilm-Kreis, ist die Sparkasse nach wie vor der wichtigste Anbieter von Finanzdienstleistungen. Dabei, so sagte der Vorstandsvorsitzende, sei die Sparkasse auch als vergleichsweise kleines Geldhaus in der Lage, umfassende Angebote auf allen Gebieten von Geldanlage bis Kredit zu unterbreiten. Möglich ist das, weil alle Sparkassen in einem breiten Finanzbund agieren, der vom Immobilienvertrieb über eine Bausparkasse, Investmenthaus, Versicherung bis zur Leasinggesellschaft alle Leistungen bietet, wie sie auch Großbanken in ihrem Portfolio haben. Zum Vergleich sagte Jacob, dass der Sparkassenverbund größer ist als die Deutsche Bank.

Die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau gehört indes zu den kleineren Sparkassen, wenngleich sich die allerkleinsten in Hessen befinden. Ungeachtet dessen nimmt sie gesellschaftliche Verantwortung in ihrem Gebiet wahr. Sie fördert soziale und kulturelle Aktivitäten, unterstützt Schulen sowie Vereine und Initiativen, die im Sport tätig sind oder sich für die Umwelt engagieren. Zu diesem Zweck wurde extra eine Stiftung der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau gegründet. So wurden 2014 285.000 Euro an Spenden vergeben, mehr als 50.000 Euro kamen im Sponsoring hinzu. Die Ausschüttung der Stiftung betrug über 32.000 Euro. Allerdings räumte der Vorstandsvorsitzende ein, dass der Ertrag der Stiftung wegen der niedrigen Zinsen immer geringer wird.

Jörg Neumann dankte in diesem Zusammenhang der Sparkasse, dass sie das Arnstädter Stadtfest immer wieder unterstützt hat. Ohne diese finanziellen Zuwendungen hätte, angesichts der Haushaltslage der Stadt Arnstadt, das Stadtfest nicht in der bislang gewohnten Form stattfinden können. Auch Bürgermeister Alexander Dill sprach dem Vorstand hierzu seinen Dank aus. Er dankte auch für das riesen Sparschwein, das ihm Marco Jacob überreicht hat: „Das wird mich künftig in die Sitzungen des Finanzausschusses begleiten.“

Die Sparkasse Arnstadt-Ilmenau ist also eine von 415 Sparkassen in der Sparkassenfinanzgruppe. In die Gruppe sind insgesamt 580 selbstständige Unternehmen integriert, mit 334.000 Mitarbeitern. In 14.874 Geschäftsstellen betreuen diese etwa 50 Millionen Kunden. In der Sparkasse Arnstadt-Ilmenau sind 284 Mitarbeiter tätig, darunter 16 Auszubildende. 17 Geschäftsstellen werden betrieben, inklusive einer fahrbaren Geschäftsstelle, die 16 Orte im Ilm-Kreis anfährt. Hinzu kommen vier Beratungszentren. Die Sparkasse betreut 886,7 Millionen Euro Kundeneinlagen und hat Kundenkredite in Höhe von fast 396 Millionen Euro vergeben. 527.785 Girokonten werden verwaltet. Die Arnstädter Geschäftsstelle in der Erfurter Straße ist die größte im Ilm-Kreis. Dort sind 21 Mitarbeiter tätig, wie Geschäftsstellenleiter Tommy Güntzel sagte.

Silke Hausenblas betonte, dass sich die Sparkasse immer wieder neuen Konkurrenzsituationen stellen muss, auch wenn sie in der Region Marktführer ist. Beim Preiskampf mit Direktbanken könne die Sparkasse allerdings wegen des großen und kostenintensiven Filialnetzes nicht in erster Linie dabei sein. Zwar habe man eine Internetfiliale neu gestaltet, doch den Weg einer Internetbank werde man nicht gehen. Dennoch, so hob die Marktbereichsleiterin hervor, nehme das Geschäft im Internet zu. 42 Prozent der Kunden der Erfurter Straße nutzen Online-Banking.

Landrätin Petra Enders zeigte sich sicher, dass sich auch junge Leute wieder auf die Vorteile einer Bank unmittelbar vor Ort besinnen: „Trotz Smartphone und der vielen Möglichkeiten im Internet sind persönliche Kontakte letztlich unersetzlich.“ Als Vorsitzende des Verwaltungsrates fügte sie hinzu, dass in den zurückliegenden Jahren stets auch in die Geschäftsstellen investiert wurde und eine permanente Modernisierung stattfinde. Im Anschluss führte Tommy Güntzel die Gäste durch das Haus und gab Erläuterungen, beispielsweise zu den 419 Schließfächern, die das Geldhaus ihren Kunden bietet.