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Thüringer Erfindungen auf Hannover Messe 2013

Auf der bevorstehenden Hannover Messe, der führenden Industrie-Messe der Welt, stellt das Landespatentzentrum Thüringen der Technischen Universität Ilmenau vom 8. bis 12. April zwei herausragende Thüringer Erfindungen vor.

 

 

Wissenschaftler der TU Ilmenau haben ein Verfahren entwickelt, um mit Hochspannungsentladungen Inhaltsstoffe biologischen Materialien freizusetzen; und Forscher der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena verbessern mit einem neuartigen Mischgerät die Qualität des Mischergebnisses.

Die Technische Universität Ilmenau hat ein neuartiges Verfahren zum Patent angemeldet, nach dem in biologischen Materialien unter Einsatz von Hochspannung mikroskopisch kleine Kanäle erzeugt werden, durch die Substanzen aus diesen Materialien heraus oder in sie hinein transportiert werden können. Die Erfindung der Forschergruppe Hochspannungstechnologien unter der Leitung von Dr. Carsten Leu nutzt die Eigenschaft organischer Materialien, wertvolle Inhaltsstoffe über ihre Oberfläche freizusetzen, nachdem durch Hochspannung erzeugte Mikrolöcher zu einem energieeffizienten, direkten Aufschluss der Oberfläche und der Zellen führen.

Das innovative Verfahren kann zur effizienten Bioenergiegewinnung eingesetzt werden, zur Herstellung von Bioethanol oder zur industriellen Gewinnung von Zucker, Öl, Stärke und ätherischer Öle. Pflanzen oder Pflanzenteile können damit effektiv getrocknet werden, etwa für die Gewürz-, Tee- oder Kräuterherstellung. Oberflächen biologischer Materialien kann man behandeln, um zum Beispiel wirksame Substanzen einzubringen. Die Forschergruppe der TU Ilmenau baut derzeit Kontakte zu Industriepartnern auf, die Anwendungsfelder für das Verfahren in der Praxis haben.

Mit der Erfindung der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena werden die Mischergebnisse von Planetenmischern - so genannt, weil sich die Mischwerkzeuge in einem feststehenden Behälter wie auf einer Planetenbahn um einen zentralen Punkt drehen - gegenüber konventionellen Geräten verbessert. Das Mischgut wird besser vermischt und/oder die benötigte Mischzeit verringert. Die Jenaer Wissenschaftler lösten das Problem, dass die Mischwerkzeuge herkömmlicher Mischer in den inneren und äußeren Bereichen des Mischraumes unterschiedlich schnell rotieren. Zu hohe Geschwindigkeiten im Außenbereich führen aber dazu, dass das Mischgut nicht gut durchmischt wird, zu geringe Geschwindigkeiten im Inneren sind nicht effektiv.

Bei der Erfindung der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena passt ein innovatives dynamisches Getriebe die Geschwindigkeiten der Mischarme an den momentanen Aufenthaltsort des Mischwerkzeuges an und verbessert so das Mischergebnis. Die Erfindung kann in den verschiedensten Wirtschaftsbereichen eingesetzt werden, beispielsweise in der Baustoffindustrie, insbesondere in Betonmischwerken, in der chemischen Industrie, in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie.

Beide Erfindungen sind vom 8. bis 12. April 2013 auf der Hannover Messe am Thüringer Gemeinschaftsstand „Forschung für die Zukunft“ in Halle 2, Stand A38, zu besichtigen. Am Messestand stellen Mitarbeiter der Patentverwertungsagentur für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen im Landespatentzentrum Thüringen der TU Ilmenau weitere Thüringer Erfindungen und Technologien vor. Die Patentverwertungsagentur unterstützt Erfinder, ihre Entwicklungen oder innovativen Verfahren zu schützen und auch kommerziell zu nutzen.

Die Patentverwertungsagentur vermarktet die Erfindungen von elf Thüringer Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten: Bauhaus-Universität Weimar, Technische Universität Ilmenau, Universitätsklinikum Jena, Erst Abbe Hochschule Jena, Fachhochschule Erfurt, Fachhochschule Nordhausen, Fachhochschule Schmalkalden, Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. Heiligenstadt, Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gGmbH Ilmenau, Institut für Photonische Technologien e.V. Jena, Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar.

Zum PATON, Landespatentzentrum Thüringen

Anlauffoto: Die Erfindung der Ernst-Abbe-Fachhochschule macht Mischgeräte effektiver. Foto: TU Ilmenau