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Schwingungen im Namen der Wissenschaft

Weimarer Studierende des Bauingenieurswesens untersuchten die Fußgängerbrücke zwischen Campus und Bahnhof. Über die Schwingungen versuchten die Studenten, wie sich die Dämpfersysteme der Brücke verhalten, letztlich sollen zwei Master-Arbeiten dabei herausspringen.

 

 

Der Aufruf zu diesem etwas ungewöhnlichen Experiment war so ungewöhnlich wie das Experiment selber. Über die Facebook-Gruppe der TU Ilmenau riefen die beiden Weimarer Studentinnen Christin Sirtl und Donata Trost auf, sich an dem Experiment zu beteiligen, was eher einer sportlichen Einlage glich, aber doch Interessenten anzog. Für Außenstehende mag dies besonders eigenartig gewirkt haben, als Christin Sirtl mit allen Gerätschaften und einem Handy mit einer Metronom-App, um zunächst die Studenten im Gleichtakt und letztlich die Brücke in Bewegung zu versetzen, Anweisungen gegeben hat. Das Ergebnis ließ auch nicht lange auf sich warten – die Brücke begann fühlbar an zu schwingen, was auf der anderen Seite Donata Trost gemessen hat. Nach wenigen Sekunden war der Versuch für die Probanden zu Ende und dann musste noch gemessen werden, wie lange die Brücke nachschwingt. 

Forschungsthema bei Christin Sirtl waren die Dämpfersysteme. Diese seien laut Christin Sirtl dafür verantwortlich, dass die Brücke sich durch die querenden Fußgänger nicht aufschwingt und bei einer bestimmten Frequenz beschädigt wird. Warum aber gerade die Ilmenauer Brücke Teil ihrer Masterarbeit werden sollte, war leicht zu erklären – eine derartige Brücke gäbe es in Thüringen nicht sehr oft. Donata Trost dagegen setzt sich mit dem Messweg und der Aufzeichnung der Schwingungen sowie der Kontrolltechnik auseinander. Aber auch die Drahtseil-Aufhängungen und deren Schwingungen interessieren sie, hier müssten aber noch weitere Mess-Sensoren angebracht werden.

Auch wenn die ersten Messungen schon sehr gut verliefen wurden die Testpersonen noch mehrmals gehend über die Brücke geschickt, um die Schwingen zu messen. Letztlich könnten die Ergebnisse der beiden Studentinnen wiederum beim Brückenbau verwendet werden, dazu werden die realen Messergebnisse noch mit Simualtionen am Computer verglichen. Erstes Ergebnis: mit der Ilmenauer Brücke scheint alles in Ordnung.

Anlauffoto: Die Ilmenauer Brücke zwischen Campus und Stadt (c) www.thueringen.de