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Umsatzsteuer ist Indikator für Wachstum

Trotz anhaltender Wirtschaftskrise im Euroraum war die Thüringer Wirtschaft im Jahr 2011 auf Wachstumskurs. Der stärkste Umsatzzuwachs wurde im Eichsfeld und im Ilm-Kreis ermittelt.

 

 

Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik sind sowohl die Zahl der Unternehmen als auch deren Umsätze gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nach ersten Auswertungen der Umsatzsteuerstatistik 2011 gab es 76.170 umsatzsteuerpflichtige Unternehmen mit Hauptsitz in Thüringen, 640 mehr als ein Jahr zuvor. Grundlage bilden die Umsatzsteuer-Voranmeldungen, die in den Thüringer Finanzämtern eingegangen und zu deren Abgabe alle Unternehmen mit einem steuerbaren Umsatz über 17.500 Euro verpflichtet sind.

Der Gesamtumsatz der Unternehmen erhöhte sich um knapp acht Prozent auf 59 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Umsatz je Unternehmen erreichte mit 775 Tausend Euro einen neuen Höchststand. Zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen gab es hier enorme Unterschiede. Im Gastgewerbe wurden im Durchschnitt 164.000 Euro Umsatz erzielt, 399.000 Euro im Baugewerbe, 2,8 Millionen im verarbeitenden Gewerbe und 6,2 Millionen im Bereich der Energieversorgung. Insgesamt erhöhte sich der in Thüringen durchschnittlich steuerbare Umsatz eines Unternehmens gegenüber dem Jahr zuvor um 50.000 Euro beziehungsweise sieben Prozent, 1998 lag er noch bei 612.000 Euro.

Der Anteil des steuerpflichtigen Umsatzes veränderte sich kaum. Er lag weiterhin bei 88 Prozent. Die von den Verbrauchern erbrachte Mehrwertsteuer, die als UmsatzsteuerVorauszahlung an die Finanzverwaltung abgeführt wurde, fiel mit 1,9 Milliarden Euro um reichlich 100 Millionen Euro höher aus als im Jahr 2010. Die Umsatzsteuer-Vorauszahlungen erreichten somit den bisher höchsten Wert, der im Rahmen der Thüringer Umsatzsteuerstatistik ermittelt wurde. Auffallend ist wieder die beachtliche Zunahme der Unternehmen mit Umsätzen über 10 Millionen Euro. In diesem Bereich erwirtschafteten 777 Unternehmen, über ein Zehntel mehr als 2010, fast die Hälfte des Gesamtumsatzes im Freistaat.

Regional betrachtet wurde der stärkste Umsatzzuwachs im Eichsfeld und im Ilm-Kreis ermittelt. Nur die kreisfreie Stadt Erfurt musste einen Umsatzrückgang um knapp zwei Prozent hinnehmen. Dennoch hielt sie den höchsten Anteil am Gesamtumsatz.

Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik